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Bergwerk Thüringen: Besucherbergwerke und Schaubergwerke besichtigen

Zeichnung: Schieferbruch mit Stollenmundloch über einem Flusstal mit schiefergedeckten Häusern
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Ein Bergwerk in Thüringen zu besichtigen, kann sehr Verschiedenes bedeuten. Bei Saalfeld leuchten Tropfsteine in einer alten Alaunschiefergrube, im Thüringer Wald fährt eine kleine Grubenlok in einen Spatstollen, an der Werra geht es mit dem Förderkorb Hunderte Meter tief in ein früheres Kaliwerk, und in Lehesten steht man am Rand eines gefluteten Schieferbruchs. Wer „Bergwerk Thüringen“ hört, denkt meist zuerst an die Feengrotten. Das ist nicht falsch, aber es ist nur ein kleiner Ausschnitt.

Diese Seite stellt jedes Besucherbergwerk Thüringens vor, das zurzeit mit Führungen oder als Schaubetrieb zugänglich ist, und ordnet es ein: nach Rohstoff, nach Landschaft und nach dem, was Besucher unter Tage tatsächlich sehen. Termine, Preise und Führungszeiten stehen hier bewusst nicht. Die ändern sich, und sie stehen verlässlich nur beim jeweiligen Betreiber.

Bergbau in Thüringen: Schiefer, Alaun, Eisen, Spat und Kali

Thüringen hat keinen einzelnen großen Erzberg wie Goslar oder Freiberg. Es hat viele kleine Reviere mit ganz unterschiedlichen Rohstoffen, und genau das macht die Besucherbergwerke so verschieden.

Im Südosten, rund um Saalfeld, liegt die Grenze zwischen dem Thüringer Becken mit seinen flach liegenden Sedimenten und dem gefalteten Grundgebirge des Thüringer Schiefergebirges; so beschreiben es der Kamsdorfer Bergbauverein und showcaves.com. Im Schiefergebirge wurde Alaunschiefer abgebaut, ein dunkles, kohlenstoff- und pyritreiches Gestein. Daraus kochte man Alaun und Vitriol, Rohstoffe für Gerbereien, Färbereien und die Papierherstellung. Aus diesem Bergbau stammen die beiden Tropfsteingruben bei Saalfeld. Weiter östlich, am Rand des Schiefergebirges, förderte Kamsdorf über Jahrhunderte Kupfer, Silber und Eisen. Und weiter südlich, um Lehesten, wurde Dachschiefer gebrochen.

Im Thüringer Wald dominierten Gänge mit Fluss- und Schwerspat, daneben Eisen und Mangan. Hier liegen die kleinen Gruben bei Ilmenau und in Trusetal. Ganz anders ist der Norden und Westen des Landes: Unter dem Werratal und am Südharz liegen Kalisalze aus dem Zechstein, dem jüngsten Abschnitt des Perms, entstanden aus eingedampftem Meerwasser. Kalisalz wird überwiegend zu Dünger verarbeitet. Zwei der großen Kaliwerke sind heute Erlebnisbergwerke.

Ein Kapitel fehlt in der Liste der besichtigbaren Gruben ganz, obwohl es wirtschaftlich das größte war: das Uran der SDAG Wismut in Ostthüringen. Dazu weiter unten mehr.

Besucherbergwerke in Thüringen
NameOrtBundeslandErz oder Art
Besucherbergwerk HühnBrotterode-Trusetal (Trusetal)ThüringenEisenerz, Schwerspat (Baryt), Flussspat
Besucherbergwerk KamsdorfKamsdorf (Unterwellenborn)ThüringenEisenerz, eng an die Maxhütte Unterwellenborn gebunden
Besucherbergwerk Rabensteiner StollenHarztor (Ilfeld-Netzkater)ThüringenSteinkohle
Erlebnis Bergwerk MerkersKrayenberggemeinde (Merkers)ThüringenKali (Kalisalz)
Erlebnisbergwerk Glückauf SondershausenSondershausenThüringenKali (Kalisalz)
Marienglashöhle FriedrichrodaFriedrichrodaThüringenGips (Marienglas/Selenit), Kupferschiefer; Schauhöhle in ehemaligem Bergwerk
Saalfelder FeengrottenSaalfeld/SaaleThüringenAlaunschiefer, später Ocker; Grube „Jeremias Glück“
Schaubergwerk MorassinaSchmiedefeld (Saalfeld/Saale)ThüringenAlaunschiefer für Eisen- und Kupfervitriol sowie Alaun
Schaubergwerk Volle RoseIlmenau (Schortetal)ThüringenFlussspat und Schwerspat; Grubenbahn-Einfahrt
Technisches Denkmal Historischer Schieferbergbau LehestenLehestenThüringenFreilichtdenkmal Schieferbergbau

Die Tabelle führt alle Gruben, die im Katalog dieser Seite Thüringen zugeordnet sind, auch das Schieferdenkmal Lehesten, das kein Bergwerk zum Hineingehen ist. Wer von Oberfranken aus plant, findet mit dem Bergwerk-Finder die Entfernungen; vom Gleißinger Fels im Fichtelgebirge ist Saalfeld das nächstgelegene Thüringer Revier.

Schaubergwerk im Schiefergebirge: Saalfeld, Schmiedefeld, Kamsdorf und Lehesten

Saalfelder Feengrotten

Das bekannteste Schaubergwerk Thüringens war jahrhundertelang eine ganz gewöhnliche Alaunschiefergrube. Der Abbau begann nach Schätzungen von Wikipedia und showcaves.com um 1530; 1757 erhielt die Grube den Namen „Jeremias Glück“. Mitte des 19. Jahrhunderts war Schluss, später wurde noch Ocker gewonnen. Dann geriet die Grube in Vergessenheit.

Um 1910 wurden die alten Grubenbaue wiederentdeckt, und mit ihnen die Tropfsteine. 1912 kaufte Adolf Mützelburg die Grube und ließ sie für Besucher erschließen. Im Dezember 1913 stieß man auf die dritte Sohle mit dem „Märchendom“, und am Pfingstsonntag, dem 31. Mai 1914, öffnete das Schaubergwerk; das berichten Wikipedia, die Stadt Saalfeld und showcaves.com übereinstimmend. Seitdem gilt die Grube als Ausflugsziel, und das Guinness-Buch der Rekorde führt sie nach Angaben des Betreibers und Wikipedias als farbenreichste Schaugrotten der Welt.

Die Farben kommen nicht von Kalk wie in einer Tropfsteinhöhle. Das häufigste der seltenen Minerale hier ist Diadochit, ein weiches Eisenphosphat-Sulfat, das die bunten Sinter bildet. Unter Tage herrschen ganzjährig etwa 8 bis 10 Grad. Besichtigt wird nur mit Führung, und der Weg hat viele Stufen und niedrige Gänge. Zur Anlage gehört außerdem ein Heilstollen: Das „Emanatorium“ öffnete am 10. September 1937, 2017 wurde Saalfeld staatlich anerkannter Ort mit Heilstollenkurbetrieb. Was dort angeboten wird und wie die Anbieter es begründen, steht auf der Seite über Heilstollen in Besucherbergwerken. Ausführlich zur Grube: Saalfelder Feengrotten.

Schaubergwerk Morassina, Schmiedefeld

Auf der Saalfelder Höhe, im heutigen Saalfelder Ortsteil Schmiedefeld, liegt die zweite Tropfsteingrube im Alaunschiefer. Urkundlich erwähnt wird der Bergbau 1683; der Name geht auf Johann Leonard Morassi zurück, der die Grube 1717 erwarb. 1860 wurden die Arbeiten unter Tage eingestellt, weil die chemische Industrie Alaun und Vitriol inzwischen billiger herstellte. So beschreiben es die Stiftung Morassina, die Fachzeitschrift „Der Anschnitt“ des Deutschen Bergbau-Museums und showcaves.com.

Wiederentdeckt wurde die Grube auf einem Umweg. 1951 wältigte die SDAG Wismut sie bei der Suche nach Uran auf und fand dabei die farbigen Tropfstein- und Sinterbildungen. Nach Erschließungsarbeiten von 1989 bis 1992 öffnete Morassina zu Pfingsten 1993 als Schaubergwerk. Unter Tage sind es rund 7 Grad.

Ein Detail für Leser aus Franken: Im Juli 1792 befuhr Alexander von Humboldt die Grube, auf der Anreise nach Bayreuth, wo er als preußischer Bergbeamter arbeiten sollte. Der „Humboldt-Verbruch“ auf der oberen Sohle ist heute eine Station des Rundgangs. Neben dem Schaubergwerk gibt es den Heilstollen „Sankt Barbara“; eröffnet wurde er nach Angaben der Stiftung 1996, showcaves.com nennt 1997. Mehr auf der Seite zum Schaubergwerk Morassina.

Besucherbergwerk Vereinigte Reviere Kamsdorf

Kamsdorf östlich von Saalfeld ist das älteste Revier in dieser Liste. Die Erzverarbeitung reicht bis in die Bronzezeit zurück, schreiben der Kamsdorfer Verein, Wikipedia und die Thüringer Tourismus GmbH. Abgebaut wurden Kupfer-, Silber- und Eisenerze, später vor allem eisenhaltiger Kalkstein als Zuschlag für die Hochöfen. Mit der Gründung der Maxhütte Unterwellenborn 1872, eines Zweigwerks der Maximilianshütte in Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz, erreichte die Eisenerzgewinnung ihren Höhepunkt. Wann der Tiefbau endete, ist nicht einheitlich überliefert: Der Verein nennt 1958, Wikipedia die 1960er-Jahre.

Die Hohlräume sind groß, weil der Kalkstein im Kammer-Pfeiler-Bau gewonnen wurde; einzelne Kammern sind über zehn Meter hoch. Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile der Grube zu einem Rüstungswerk ausgebaut, unter Einsatz von Zwangsarbeitern. Seit 2001 ist das Besucherbergwerk geöffnet, getragen von einem 1994 gegründeten Verein, und seit 2010 gibt es Führungen mit Grubenbahnfahrt auf der 1. Sohle. Über Tage sind das Schachtgebäude von Schacht 04 und ein Montanlehrpfad zu sehen, während nebenan im Großtagebau bis heute Kalkstein abgebaut wird. Details auf der Seite zum Besucherbergwerk Kamsdorf.

Lehesten: Schieferbergbau über Tage

Lehesten am Rennsteig gehört in diese Übersicht, auch wenn man dort nicht einfährt. Die Lehestener Schieferbrüche zählten zu den größten Schiefertagebauen auf dem europäischen Festland, so der Betreiber und Wikipedia; Schieferabbau ist spätestens seit dem Ende des 15. Jahrhunderts belegt. 1999 endete die Gewinnung im Staatsbruch. Der Tagebau ist geflutet und Naturschutzgebiet.

Das Technische Denkmal zeigt Göpelschacht, Spalthütte und Mannschaftshaus. Wie besonders der erhaltene Pferdegöpel ist, beschreiben die Quellen unterschiedlich: showcaves.com spricht von der letzten erhaltenen Göpelschachtanlage Deutschlands, Wikipedia vom einzigen erhaltenen Pferdegöpel Europas. Eine Besichtigung unter Tage ist seit der Flutung nicht mehr möglich.

Besucherbergwerke im Thüringer Wald

Schaubergwerk Volle Rose, Ilmenau

Im Schortetal südlich von Ilmenau wurden Fluss- und Schwerspat abgebaut. Heute zieht eine kleine Grubenlok die Besucher rund 350 bis 360 Meter in den historischen Talstollen; das beschreiben der Betreiber, showcaves.com und die TU Ilmenau, die regelmäßig Exkursionen dorthin anbietet. Unter Tage sind es etwa 10 Grad, barrierefrei ist die Anlage nicht. Seit wann die Volle Rose Schaubergwerk ist, darüber gehen die Angaben auseinander: showcaves.com nennt 2005, Wikipedia 1991.

Ilmenau hat eine ältere Bergbaugeschichte, die mit einem berühmten Namen verbunden ist und schlecht ausging. 1776 kam Johann Wolfgang von Goethe erstmals nach Ilmenau, um den stillliegenden Bergbau zu begutachten. 1784 eröffnete er als Leiter der Bergwerkskommission feierlich den neuen Schacht „Neuer Johannes“, so die Stadt Ilmenau und das Deutsche Ärzteblatt. 1796 brach Wasser ein, und das Unternehmen scheiterte. Das Ärzteblatt formuliert es knapp: Das Kupfer wurde nie gefunden. Ein Besucherbergwerk ist aus diesem Versuch nicht geworden; die Spuren lassen sich auf dem Goethewanderweg verfolgen.

Marienglashöhle Friedrichroda

Die Marienglashöhle zwischen Friedrichroda und Bad Tabarz wird als Schauhöhle vermarktet, liegt aber in einem Bergwerk. 1775 legte man den Eingangsstollen an, um Kupferschiefer abzubauen. Kupfer fand man nicht, dafür stieß man 1778 auf Gips, und 1784 auf eine Kristallgrotte, die zu den größten Gipskristall-Drusen Europas gehört. So berichten Wikipedia und showcaves.com. Die durchsichtigen Gipskristalle, das „Marienglas“, werden nach Angaben der Stadt Friedrichroda und Wikipedias bis zu 90 Zentimeter lang.

1903 endete der Gipsabbau, und die Grube wurde zur Schauhöhle. Im Zweiten Weltkrieg war sie geschlossen, 1968 öffnete sie wieder, mit einem neuen Ausgangsstollen. Betrieben wird sie von der Stadt Friedrichroda; besichtigt wird nur mit Führung.

Besucherbergwerk Hühn, Trusetal

In Trusetal, heute Brotterode-Trusetal, wurden Eisenerz sowie Fluss- und Schwerspat abgebaut. 1990 wurde der Bergbau eingestellt, 1996 öffnete die Grube als Besucherbergwerk, so der Verein und showcaves.com. Eine Grubenbahn bringt die Besucher rund 250 Meter in den Berg, wo der Schaubereich beginnt.

Hühn ist das kleinste Besucherbergwerk Thüringens in dieser Übersicht, und die Informationslage ist dünn. Verein und Gemeinde nennen eine Saison im Sommerhalbjahr, aber ohne Jahreszahl. Wer hinfahren möchte, ruft vorher an. Das ist bei einer ehrenamtlich geführten Grube ohnehin klug.

Kalibergwerk besichtigen: Merkers und Sondershausen

Die beiden Kaliwerke spielen in einer anderen Größenordnung. Hier fährt man nicht durch einen Stollen in den Hang, sondern mit dem Förderkorb Hunderte Meter tief, und unter Tage sind die Strecken so lang, dass ein Teil des Weges mit Fahrzeugen zurückgelegt wird. Eine eigene Übersicht zu Salz- und Kaligruben gibt es auf der Seite über Salzbergwerke in Deutschland.

Erlebnis Bergwerk Merkers

Merkers an der Werra ist seit 1991 Erlebnisbergwerk, betrieben vom Kaliproduzenten K+S. Die Tour führt nach Wikipedia und showcaves.com auf rund 500 Meter Tiefe, der Betreiber spricht von bis zu 800 Metern. Dort unten liegt die Kristallgrotte, 1980 beim Abbau entdeckt, mit Salzkristallen von bis zu einem Meter Kantenlänge. Im Großbunker steht ein Schaufelradbagger, den Wikipedia und showcaves.com als den größten unter Tage beschreiben.

Und dann der Goldraum. Im April 1945 fanden Soldaten der US-Armee in Merkers die Gold- und Devisenreserven der Reichsbank, dazu Kunstwerke aus Berliner Museen. Das genaue Datum nennen Wikipedia, showcaves.com und das US-Nationalarchiv unterschiedlich, denn die Funde zogen sich über mehrere Tage. Der Raum ist heute Teil der Führung.

Erlebnisbergwerk Sondershausen

In Sondershausen im Norden Thüringens war der erste Schacht des späteren Werks „Glückauf“ 1895 fertig, 1991 endete der Abbau. showcaves.com und der Städtetourismusverband in Thüringen bezeichnen die Grube als älteste befahrbare Kaligrube der Welt. Besucher fahren auf rund 670 Meter Tiefe. Unter Tage gibt es eine Salzrutsche, einen Konzertsaal und eine Kahnfahrt auf dem Laugensee, in Spreewaldkähnen, wie ERIH und der Städtetourismusverband schreiben.

Rabensteiner Stollen: Steinkohle am Südharz

Geografisch gehört der Rabensteiner Stollen in den Südharz, politisch nach Thüringen. Bei Netzkater, Gemeinde Harztor, wurde von 1737 bis 1949 Steinkohle abgebaut, so Wikipedia und showcaves.com. Damit ist er das einzige Bergwerk Thüringens in dieser Übersicht, das Kohle zeigt; im Harz ist Steinkohle ohnehin eine Ausnahme. Seit 1981 ist der Stollen Schaubergwerk, seit 1990 trägt ihn ein Förderverein. Besucher fahren mit einer Grubenbahn ein. Der Stollen liegt direkt an der Harzquerbahn, was eine Anreise mit der Schmalspurbahn möglich macht. Mehr Gruben mit Bahn zeigt die Seite Bergwerk mit Grubenbahn.

Geopark Schieferland

Der Nationale Geopark Schieferland reicht über die Landesgrenze: Das Bayerische Landesamt für Umwelt führt ihn als bayerisch-thüringischen Geopark, und sein Leitthema ist der Schiefer, „das blaue Gold“. Auf seiner Seite zu Schaubergwerken und Höhlen nennt der Geopark unter anderem Morassina und Kamsdorf. Für eine Reise ins Schiefergebirge ist er eine nützliche Klammer, weil er die oberirdischen Spuren mit einbezieht: Halden, Brüche, Schieferdächer und die Schieferorte am Rennsteig.

Uran in Ostthüringen: das Bergwerk, das man nicht besichtigen kann

Kein Bergwerk Thüringens hat die Landschaft so stark verändert wie der Uranbergbau der SDAG Wismut bei Ronneburg. Ende 1990 wurde die Förderung eingestellt, danach begann die Sanierung; Halden wurden in den ehemaligen Tagebau zurückgebracht. Auf dem Gelände entstand die „Neue Landschaft Ronneburg“, die 2007 zusammen mit dem Hofwiesenpark in Gera die Bundesgartenschau trug, so Wikipedia und BauNetz. Ein Besucherbergwerk gibt es dort nicht. Ein kleines Museum zur Wismut-Geschichte wurde laut showcaves.com zur Gartenschau eröffnet; ob und wann es offen ist, sollte man vor Ort erfragen.

Besuch planen: was in Thüringer Bergwerken hilft

Fast jedes Schaubergwerk Thüringens ist nur mit Führung zu besichtigen. Die großen Anlagen, also Feengrotten, Merkers und Sondershausen, arbeiten mit festen Führungen und teils mit Voranmeldung; die kleinen Vereinsgruben wie Hühn oder Kamsdorf führen saisonal und an ausgewählten Tagen. Termine stehen beim Betreiber.

Die Temperatur unter Tage liegt in den Erzgruben ganzjährig bei etwa 7 bis 10 Grad, je nach Grube. Eine Jacke gehört also auch im August ins Auto, dazu feste Schuhe. Für Familien mit kleinen Kindern lohnt der Blick auf die Altersangaben: Morassina führt Kinder ab drei Jahren, die Feengrotten ab etwa vier. Wer mit Rollstuhl oder Kinderwagen unterwegs ist, fragt vorher; Morassina beschreibt den größten Teil der Strecke als barrierefrei, Volle Rose und Kamsdorf sind es nicht.

Gut kombinieren lassen sich die drei Gruben im Raum Saalfeld, die nah beieinanderliegen: Feengrotten, Morassina und Kamsdorf an einem Wochenende ist ein realistisches Programm. Die Kaliwerke liegen dagegen an entgegengesetzten Enden des Landes, Merkers im Westen an der Grenze zu Hessen, Sondershausen im Norden. Wer aus Bayern anreist, verbindet Thüringen leicht mit dem Frankenwald: Der Friedrich-Wilhelm-Stollen in Lichtenberg liegt nicht weit von der Landesgrenze. Weitere Gruben im Umkreis zeigt die Suche nach Besucherbergwerken in der Nähe, alle übrigen die Übersicht der Besucherbergwerke.

Und wer nach den Thüringer Kaligruben neugierig auf echtes Steinsalz geworden ist: Das Salzbergwerk Berchtesgaden fährt mit der Grubenbahn ein, Merkers und Sondershausen mit Lastwagen. Beides hat seinen Reiz.

Häufige Fragen

Welches Bergwerk in Thüringen kann man besichtigen?

Mit Führung zugänglich sind unter anderem die Saalfelder Feengrotten, das Schaubergwerk Morassina in Schmiedefeld, das Besucherbergwerk Kamsdorf, das Schaubergwerk Volle Rose bei Ilmenau, die Marienglashöhle Friedrichroda, das Besucherbergwerk Hühn in Trusetal, der Rabensteiner Stollen bei Ilfeld sowie die ehemaligen Kaliwerke Merkers und Sondershausen. Termine und Führungen stehen jeweils beim Betreiber.

Welches Schaubergwerk in Thüringen ist das bekannteste?

Am bekanntesten sind die Saalfelder Feengrotten, ein ehemaliges Alaunschieferbergwerk, das seit 1914 Schaubergwerk ist. Betreiber und Wikipedia nennen den Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde als farbenreichste Schaugrotten der Welt.

Gibt es in Thüringen ein Bergwerk mit Grubenbahn?

Ja. In Kamsdorf gibt es seit 2010 Führungen mit Grubenbahnfahrt auf der 1. Sohle, im Schaubergwerk Volle Rose bei Ilmenau zieht eine kleine Grubenlok die Besucher in den Talstollen, und auch der Rabensteiner Stollen und das Besucherbergwerk Hühn werden mit einer Grubenbahn befahren.

Wo kann man in Thüringen ein Salz- oder Kalibergwerk besichtigen?

In Merkers an der Werra und in Sondershausen im Norden Thüringens. Beide waren Kaliwerke und sind heute Erlebnisbergwerke; in Merkers gehört der Goldraum zur Führung, in Sondershausen eine Kahnfahrt auf dem Laugensee.

Ist der Schieferbergbau in Lehesten unter Tage zu besichtigen?

Nein. Das Technische Denkmal Historischer Schieferbergbau Lehesten zeigt die Anlagen über Tage, etwa den Göpel und die Spalthütte. Eine Besichtigung unter Tage ist seit der Flutung des Tagebaus nicht mehr möglich, so der Betreiber und showcaves.com.

Quellen

  1. Wikipedia: Saalfelder Feengrotten
  2. Saalfelder Feengrotten und Tourismus GmbH: Schaubergwerk Feengrotten
  3. showcaves.com: Feengrotten
  4. Stadt Saalfeld/Saale: Teil 2: Adolf Mützelburg – Initiator und erster Besitzer der Saalfelder Feengrotten
  5. Stadt Saalfeld/Saale (Bernd Lochner): Teil 5: Das „Emanatorium“ – der Heilstollen der Feengrotten
  6. Stiftung Morassina: Morassina Fakten
  7. Deutsches Bergbau-Museum Bochum (Der Anschnitt 58, 2006): Das Alaunschieferbergwerk „Morassina“ bei Schmiedefeld am Rennweg
  8. showcaves.com: Morassina
  9. Kamsdorfer Verein zur Pflege der Bergbautradition e.V.: Besucherbergwerk „Vereinigte Reviere Kamsdorf“
  10. showcaves.com: Besucherbergwerk „Vereinigte Reviere Kamsdorf“
  11. Wikipedia: Kamsdorf
  12. Thüringer Tourismus GmbH: Besucherbergwerk Kamsdorf
  13. Wikipedia: Maxhütte Unterwellenborn
  14. Geopark Schieferland e.V.: Schaubergwerke & Höhlen
  15. Geopark Schieferland: Nationaler Geopark Schieferland
  16. Bayerisches Landesamt für Umwelt: GeoParks
  17. Technisches Denkmal Historischer Schieferbergbau Lehesten: Startseite und FAQ
  18. showcaves.com: Technisches Denkmal Historischer Schieferbergbau Lehesten
  19. Wikipedia: Lehesten (Thüringer Wald)
  20. Schorte Ilmenau: Schaubergwerk Volle Rose
  21. showcaves.com: Schaubergwerk „Volle Rose“
  22. Wikipedia: Schaubergwerk Volle Rose
  23. TU Ilmenau: Excursion to the „Volle Rose“ show mine
  24. Stadt Ilmenau: Goethe's Ilmenau
  25. Deutsches Ärzteblatt 5/2016 (N. Jachertz): Literarische Orte: Bergbau und Poesie
  26. Wikipedia: Marienglashöhle
  27. showcaves.com: Marienglashöhle
  28. Stadt Friedrichroda: Marienglashöhle Friedrichroda
  29. Besucherbergwerk Hühn: Besucherbergwerk Trusetal
  30. showcaves.com: Besucherbergwerk Grube Hühn
  31. Gemeinde Brotterode-Trusetal: Besucherbergwerk Hühn
  32. Wikipedia: Zechstein
  33. Wikipedia: Kalisalz
  34. Wikipedia: Erlebnisbergwerk Merkers
  35. showcaves.com: Erlebnis Bergwerk Merkers
  36. K+S: Two Million Visitors to the World of White Gold
  37. TRAVELBOOK: Bergwerk Merkers
  38. U.S. National Archives: The Monuments Men and the Recovery of the Art in the Merkers Salt Mine
  39. showcaves.com: Erlebnisbergwerk Sondershausen
  40. ERIH – European Route of Industrial Heritage: Sondershausen Adventure Mine
  41. Erlebnisbergwerk Sondershausen: Erlebnisbergwerk Glückauf Sondershausen
  42. Harzer Tourismusverband: Experience the Sondershausen Mine
  43. Städtetourismus in Thüringen e.V. (Pressemitteilung 2022): Entdeckungen mit Tiefgang
  44. Wikipedia: Rabensteiner Stollen
  45. showcaves.com: Rabensteiner Stollen
  46. ERIH – European Route of Industrial Heritage: Rabensteiner Stollen Mining Experience
  47. Wikipedia: Neue Landschaft Ronneburg
  48. BauNetz: Spatenstich für Buga-Bau in Ronneburg
  49. showcaves.com: WISMUT Objekt 90