Wer zum ersten Mal in ein Besucherbergwerk einfährt, merkt schnell, dass hier andere Wörter gelten. Man geht nicht hinein, man fährt ein, auch zu Fuß. Die Decke heißt Firste, die Tiefe Teufe, und wer „vor Ort“ arbeitet, steht am Ende einer Strecke. Diese Seite erklärt den Gruß „Glück auf“ und das Zeichen Schlägel und Eisen und ordnet danach rund 60 Wörter der Bergmannssprache nach Themen, jeweils mit einer kurzen Erklärung.
Die Bergmannssprache ist eine der ältesten Fachsprachen im Deutschen. Für die Bergmannssprache Begriffe zu sammeln und zu ordnen, war schon im 16. Jahrhundert ein Anliegen: Georgius Agricola beschrieb in „De re metallica“ das Berg- und Hüttenwesen des Erzgebirges so genau, dass der Sprachwissenschaftler Leopold Auburger darin den entscheidenden Entwicklungsschub für die Fachwörter sieht; die Wikipedia hebt das umfangreiche Glossar des Werks hervor.
Auburger beschreibt 1986 in der Zeitschrift „Der Anschnitt“ des Deutschen Bergbau-Museums Bochum auch, warum diese Sprache so beständig ist. Unter Tage muss jede Anweisung sitzen, und deshalb gibt es Wörter, die bergmännisch etwas anderes bedeuten als im Alltag: Strecke, Sohle, Stempel. Manchmal reicht schon das Geschlecht. Der Bergmann sagt „das Ort“, während alle anderen „der Ort“ sagen; das DWDS führt das sächliche Ort ausdrücklich als Wort der Bergmannssprache.
Dass deutsche Bergbauwörter auch ins Ausland wanderten, liegt am Ruf des deutschen Bergbaus, der im 18. Jahrhundert als technisch führend galt. Auburger und die Wikipedia nennen übereinstimmend das Russische als Beispiel. Die Wörter leben weiter: in Besucherbergwerken, in Knappenvereinen, bei Bergparaden und in Redewendungen, die kaum noch jemand als bergmännisch erkennt. Wer in der Bergmannssprache Begriffe wie Teufe, Hunt oder Gezähe hört, versteht nach dieser Liste zumindest, wovon die Führung am Gleißinger Fels oder in einem anderen der Besucherbergwerke gerade spricht. Und wer erst eines in der Nähe sucht, findet es über die Umkreissuche.
Glück auf: Bedeutung und Herkunft des Bergmannsgrußes
„Glück auf!“ ist der Gruß der Bergleute im ganzen deutschen Sprachraum, der Duden führt ihn schlicht als „Bergmannsgruß“. Was dahintersteckt, erklären Wikipedia, Wiktionary und Auburger im Kern gleich: Der Bergmann wünscht, dass sich der Berg „auftue“, dass also ein Erzgang erschlossen wird und Ausbeute bringt. Die Wikipedia nennt als ausführliche Form „Ich wünsche Dir Glück, tu einen neuen Gang auf“. Ob sich die Arbeit lohnen würde, wusste vorher niemand. Der Gang sollte sich auftun und reich werden, auf keinen Fall sich schließen.
Die zweite Bedeutung liegt näher. „Glück auf“ heißt auch: Komm gesund wieder herauf. Als der Gruß aufkam, stiegen Bergleute noch über Leitern, die sogenannten Fahrten, in die Grube und wieder heraus, und die Arbeit war gefährlich. Auburger zählt außerdem den allgemeinen Glück- und Segenswunsch dazu und den Gruß bei der Beerdigung eines Bergmanns, der „seine letzte Schicht verfahren“ hat.
Bei der Herkunft gehen die Angaben leicht auseinander. Die Wikipedia verortet den Gruß im sächsischen Erzgebirge gegen Ende des 16. Jahrhunderts, Auburger lässt ihn im 17. Jahrhundert im kursächsischen Bergbau aufkommen. Einig sind sich beide über Sachsen. Ein Detail bei Auburger gefällt besonders: Anfangs lehnten die Bergleute das ältere „Glück zu!“ der Handwerker ab. Zu, also geschlossen, durfte der Gang eben nicht sein.
Im Ruhrgebiet hat Glück auf Bedeutung weit über die Zechen hinaus behalten, und im Erzgebirge, im Harz und an der Saar ist es nicht anders, so Wikipedia und Wiktionary. Briefe aus der Bergbauwelt enden traditionell mit „Glück auf!“ oder „Mit freundlichem Glückauf“; auch das beschreiben Wikipedia und Auburger gleichermaßen. Und eines der ersten seegehenden Öltankschiffe, 1886 für den Ölhändler Wilhelm Anton Riedemann in Dienst gestellt, hieß „Glückauf“. Mit Bergbau hatte das Schiff nichts zu tun, mit dem Wunsch nach guter Fahrt sehr viel.
Schlägel und Eisen: das Zeichen des Bergbaus
Die gekreuzten Werkzeuge auf Wappen, Abzeichen und Erinnerungsstücken heißen Schlägel und Eisen. Der Schlägel ist ein schwerer Hammer, der Handfäustel. Das Eisen ist das Bergeisen, ein spitzes, meißelartiges Werkzeug an einem Holzstiel. Der Bergmann setzte das Eisen mit der linken Hand am Gestein an und schlug mit dem Schlägel in der rechten darauf. So beschreiben es das Deutsche Bergbau-Museum Bochum und die Wikipedia.
Lange waren die beiden das wichtigste Gezähe überhaupt. Bis etwa Mitte des 17. Jahrhunderts waren sie die einzigen Werkzeuge, mit denen sich festes Gestein lösen ließ, schreibt die Sammlung der TU Bergakademie Freiberg; erst das Sprengen mit Schwarzpulver löste sie ab, und die Wikipedia datiert den Wechsel ebenso. Bergeisen wurden schnell stumpf. Hauer nahmen deshalb mehrere davon mit in die Grube, aufgezogen auf einen Stab und an einem Riemen über der Schulter getragen, und ließen sie nach der Schicht in der Bergschmiede schärfen.
Im Emblem liegt der Schlägel über dem Eisen. Das Bochumer Museum nennt die Darstellung das bis heute gültige Bergbauemblem, die TU Bergakademie Freiberg das weltweit geläufige Erkennungszeichen des Bergbaus. Ehrlich gesagt ist es auch das schönere Symbol als jeder Förderturm: Es zeigt nicht die Anlage, sondern die Hand, die arbeitet.
Bergmannssprache: Begriffe unter Tage
Fahrung, einfahren, ausfahren
Fahrung ist jede Fortbewegung des Bergmanns im Bergwerk. Einfahren heißt, sich in die Grube zu begeben, ausfahren, sie zu verlassen. Ins Bergwerk wird deshalb grundsätzlich eingefahren, nie hineingegangen.
Fahrt
Die Fahrt ist eine Leiter im Schacht, über die die Bergleute ein- und ausfuhren. Das DWDS nennt sie die „Leiter zum Ein- und Ausfahren“.
Firste
Die Firste ist die obere Begrenzungsfläche eines Grubenbaus, also seine Decke. Das Gegenstück unten ist die Sohle.
Füllort
Am Füllort, einer Verladestelle unter Tage, wird das Fördergut aus der Strecke in den Förderkorb des Schachts umgeladen.
Grubenbau
Grubenbau ist der Oberbegriff für jeden planmäßig hergestellten Hohlraum im Bergwerk: Schacht, Stollen, Strecke und alles dazwischen.
Hängebank
An der Hängebank wird der Förderkorb beladen oder entladen. Sie liegt an der Mündung des Schachts, dort, wo die Förderung von der senkrechten in die waagerechte Richtung übergeht.
Lichtloch
Ein Lichtloch ist ein enger Schacht, der von oben auf einen Stollen oder einen tieferen Grubenbau niedergebracht wird, um ihn mit frischer Luft zu versorgen.
Mundloch
Das Mundloch ist die Öffnung eines Stollens an der Erdoberfläche, also der Eingang ins Bergwerk am Hang.
Ort und vor Ort
Das Ort ist die Stelle, an der abgebaut oder eine Strecke vorgetrieben wird, das Ende einer Strecke. Wer „vor Ort“ arbeitet, steht genau dort. Die Wendung ist längst in die Alltagssprache gewandert.
Schacht
Ein Schacht führt von der Erdoberfläche meist senkrecht, seltener schräg in die Tiefe. Durch ihn läuft der Verkehr zwischen über und unter Tage, von der Förderung bis zur Seilfahrt.
Sohle
Die Sohle ist zweierlei: der Boden eines Grubenbaus und die Gesamtheit aller Strecken auf einer Höhe, also eine Art Stockwerk des Bergwerks.
Stollen (Stolln)
Ein Stollen ist ein annähernd waagerechter, meist leicht ansteigender Grubenbau, der vom Hang aus in den Berg getrieben wird und ein Mundloch an der Oberfläche hat. In Sachsen und im Erzgebirge schreibt man traditionell „Stolln“, wie beim Markus-Röhling-Stolln in Annaberg-Buchholz oder beim Zwiesler Tiefer Erbstolln.
Stoß
Der Stoß ist die seitliche Wand eines Grubenbaus, etwa einer Strecke.
Strecke
Eine Strecke ist ein waagerechter Grubenbau im Inneren des Bergwerks, der anders als der Stollen nicht von der Oberfläche ausgeht, sondern vom Schacht oder einer anderen Strecke aus vorgetrieben wird.
Teufe
Teufe ist das bergmännische Wort für Tiefe, gemessen von der Oberfläche nach unten. Abteufen heißt, einen Schacht von oben nach unten herzustellen.
Unter Tage und über Tage
Unter Tage ist alles im Bergwerk, unter der Erdoberfläche. Über Tage meint die Anlagen an der Oberfläche, vom Fördergerüst bis zur Kaue.
Wetter und schlagende Wetter
Wetter, nur im Plural gebraucht, ist die Luft im Bergwerk. Schlagende Wetter oder Schlagwetter sind ein explosionsfähiges Gemisch aus Luft und Grubengas, das Methan enthält. Die Versorgung der Grube mit frischer Luft heißt Bewetterung.
Lagerstätte, Erz und Halde
Abraum
Abraum ist das Deckgestein ohne nutzbare Mineralien, das im Tagebau über der Lagerstätte liegt und erst weggeräumt werden muss.
Berge und taub
Berge nennt der Bergmann das wertlose Gestein, das beim Abbau mit anfällt. Taub heißt ein Gesteinsteil, der nichts Abbauwürdiges enthält.
Erz
Erz ist ein natürlich vorkommendes metallhaltiges Mineral, aus dem durch Verhüttung Metall gewonnen wird. Welche Besucherbergwerke Silbererz zeigen, sammelt die Seite zu den Silberbergwerken.
Flöz
Ein Flöz ist eine flächig ausgedehnte, durch Ablagerung entstandene Schicht eines nutzbaren Rohstoffs, besonders Kohle, aber auch Eisenstein oder Salz. Eine abbauwürdige Bergbauschicht heißt also Flöz. Auburger zählt das Wort zu denen, die nur im Bergbau gebraucht werden.
Gang
Ein Gang ist eine mit Mineralen ausgefüllte Spalte im Gestein, im Erzbergbau etwa ein Silber- oder Zinnerzgang. Auf ihn bezieht sich der Gruß „Glück auf“.
Halde
Eine Halde ist eine künstliche Aufschüttung aus taubem Gestein oder Schlacke, die beim Bergbau entsteht.
Pinge
Eine Pinge ist eine trichter- oder muldenförmige Vertiefung an der Oberfläche, entstanden durch den Einsturz alter Grubenbaue oder durch oberflächennahen Abbau.
Tagebau
Im Tagebau werden Bodenschätze von der Oberfläche aus gewonnen, ohne Schacht und Stollen.
Arbeit, Werkzeug und Technik
Abbau
Abbau ist das Lösen eines Minerals aus der Lagerstätte und zugleich der Ort, an dem das geschieht.
Förderkorb
Der Förderkorb hängt am Förderseil und bewegt Menschen, Material und das gewonnene Mineral im Schacht nach oben und unten. Ein anderer Name ist Fördergestell.
Gedinge
Gedinge ist der Akkordlohn unter Tage, ausgehandelt zwischen Betriebsleitung und Bergleuten für eine bestimmte Arbeitsleistung. Wer „im Gedinge“ arbeitete, wurde nach Leistung bezahlt.
Geleucht und Grubenlampe
Geleucht ist das Licht unter Tage, also die Grubenlampe, die der Bergmann mitführt. Die tragbare Sicherheitslampe des Bergmanns heißt Grubenlampe.
Gezähe
Gezähe ist das Werkzeug des Bergmanns, vom Schlägel über das Bergeisen bis zur Keilhaue.
Göpel
Ein Göpel ist eine historische Antriebs- und Fördermaschine mit senkrechter Welle, die von im Kreis gehenden Pferden oder Ochsen bewegt wurde.
Haspel
Die Haspel ist eine Seilwinde zum Heben und Senken von Lasten, im Bergbau eine einfache Seilförderanlage.
Hunt
Der Hunt, auch Hund geschrieben, ist ein offener, kastenförmiger Förderwagen. Wer ihn in Fahrt sehen will, sucht sich ein Bergwerk mit Grubenbahn.
Lachter
Der Lachter war das alte bergmännische Längenmaß, je nach Revier knapp zwei Meter.
Schicht
Die Schicht ist die tägliche Arbeitszeit, ihre Dauer und ihr Ende zugleich: Früh-, Mittag- und Nachtschicht.
Seilfahrt
Seilfahrt heißt die Fahrt der Bergleute im Förderkorb, der am Seil im Schacht hängt.
Wasserlösung und Erbstollen
Wasserlösung heißt das Abführen des Grubenwassers. Dafür wurden Erbstollen angelegt, die das Wasser aus einem oder mehreren Bergwerken ableiteten. Wer einen solchen Stollen baute, erwarb Rechte an den entwässerten Gruben, etwa einen Anteil an deren Ertrag.
Menschen im Bergwerk
Hauer (Häuer)
Der Hauer, auch Häuer geschrieben, ist der voll ausgebildete Bergmann, der vor Ort das Gestein löst.
Knappe
Ein Knappe ist ein Bergmann mit abgeschlossener Lehre, vergleichbar dem Gesellen im Handwerk. Daher kommen Wörter wie Bergknappe und Knappenverein.
Knappschaft
Die Knappschaft war ursprünglich der Zusammenschluss der Bergleute eines Bergwerks oder Reviers, um sich gegenseitig abzusichern. Eine Urkunde des Hildesheimer Bischofs Johann I. vom 28. Dezember 1260 erwähnt die Sankt-Johannis-Bruderschaft am Rammelsberg bei Goslar, die kranke Bergleute und ihre Familien unterstützte; sie gilt als Vorläufer der modernen Sozialversicherung.
Kumpel
Kumpel ist in der Bergmannssprache das Wort für den Bergmann schlechthin. Im Alltag ist daraus der gute Freund oder Arbeitskollege geworden.
Markscheider
Der Markscheider ist der Vermessungsingenieur des Bergbaus. Er vermisst Lagerstätten und Grubenbaue und stellt sie in Plänen dar.
Schlepper
Schlepper hießen Bergleute, die die vollen Hunte zum Füllort zogen oder schoben.
Steiger
Der Steiger ist die Aufsichtsperson unter Tage, heute ein Techniker oder Ingenieur.
Grubenwehr
Die Grubenwehr ist die Rettungsmannschaft des Bergbaus, ausgebildet für Unglücksfälle im Bergwerk, so etwas wie die Werkfeuerwehr unter Tage.
Zeche, Grube und Pütt: Bergwerk, Recht und Verwaltung
Zeche und Grube
Zeche und Grube bedeuten beide Bergwerk. Im Steinkohlenbergbau des Ruhrgebiets hat sich Zeche durchgesetzt. Das Wort selbst ist alt: Im Mittelhochdeutschen meinte es eine Ordnung oder Reihe, auch einen Zusammenschluss mehrerer Personen. Dass Zeche nicht nur im Ruhrgebiet vorkommt, zeigt die Fürstenzeche in Lam im Bayerischen Wald.
Pütt
Pütt ist das Bergwerk in der rheinischen und westfälischen Bergmannssprache. Wer „auf dem Pütt“ arbeitete, war Bergmann.
Kaue (Waschkaue)
Die Kaue war ursprünglich das kleine Gebäude über einem Schacht. Der Duden führt das Wort auf mittelhochdeutsch „kouwe“ zurück, Schachthäuschen. Heute meint Kaue vor allem die Waschkaue, den Wasch- und Umkleideraum der Bergleute.
Huthaus
Das Huthaus war das zentrale Verwaltungsgebäude eines Bergwerks, mit Werkzeuglager, Erzlager und Wohnung des Hutmanns.
Fundgrube
Fundgrube hieß die Grube, in der ein Erzfund zuerst freigelegt wurde, und später das Grubenfeld, das dem Finder dafür verliehen wurde. Aus diesem Bergmannswort stammt die Redensart von der „wahren Fundgrube“.
Gewerke und Kux
Gewerke hießen die Anteilseigner einer bergrechtlichen Gewerkschaft, die Kosten und Erträge eines Bergwerks gemeinsam trugen. Ihr Anteilsschein war der Kux, ein Wort, das aus dem Tschechischen in den Bergbau kam.
Ausbeute
Ausbeute war der Überschuss aus dem Ertrag eines Bergwerks, der an die Gewerken ausgeschüttet wurde.
Bergamt
Das Bergamt ist die für den Bergbau zuständige Aufsichtsbehörde auf unterer Ebene.
Bergregal und Bergfreiheit
Das Bergregal war das Recht des Landesherrn, über bestimmte Bodenschätze zu verfügen, unabhängig davon, wem das Grundstück gehörte. Mit der Bergfreiheit konnte er Mineralien für „bergfrei“ erklären, sodass sie gewinnen durfte, wem das Bergwerkseigentum daran verliehen wurde.
Brauchtum: Barbara, Mettenschicht und Bergparade
Barbara
Die heilige Barbara ist die Schutzpatronin der Bergleute. Nach der Legende öffnete sich auf ihrer Flucht ein Felsen und verbarg sie, daher die Verbindung zur Welt unter Tage. Schon im Mittelalter baten Bergleute sie um Schutz vor den Gefahren im Berg. Ihr Gedenktag am 4. Dezember ist der Barbaratag; was an diesem Tag in den Revieren geschieht, steht auf der Seite zum Barbaratag.
Arschleder
Das Arschleder ist ein halbrund geschnittenes Leder, das der Bergmann über dem Gesäß trug. Es diente als Schutz bei der Arbeit.
Mettenschicht
Die Mettenschicht ist die letzte, feierlich beendete Schicht vor Weihnachten, traditionell besonders im sächsischen Erzgebirge. Viele Besucherbergwerke greifen den Brauch heute für eine Weihnachtsfeier mit Bergmannsliedern und einem einfachen Essen auf.
Bergparade
Bei einer Bergparade ziehen Berg- und Hüttenleute in Tracht oder Uniform durch die Stadt. Die Tradition entstand im sächsischen Erzgebirge. Im Dezember 2016 wurden die Bergparaden und Bergaufzüge in Sachsen in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Termine im Jahreslauf sammelt der Bergbau-Kalender, mehr zu beiden Bräuchen steht unter Mettenschicht und Bergparade.
Glück auf
Der Bergmannsgruß, ausführlich erklärt im Abschnitt oben. Dass Glück auf Bedeutung auch außerhalb der Gruben hat, zeigt schon die Grußformel unter Briefen aus der Bergbauwelt.
Bergmannswörter im Alltag
Viele Wörter haben den Bergbau längst verlassen. Lutz Mackensen hat 1952 im „Anschnitt“ gesammelt, wie viele davon in der Alltagssprache stecken, und der Duden bestätigt die Herkunft in mehreren Fällen. Schacht ist die niederdeutsche Form von Schaft und bezeichnete ursprünglich eine Messstange. Die Stichprobe war eine Metallprobe aus dem Schmelzofen. Die Gewerkschaft war zuerst der Zusammenschluss der Gewerken eines Bergwerks, lange bevor das Wort für Arbeitnehmerverbände stand.
Am schönsten ist vielleicht der Kobalt. Bergleute hielten das Erz für wertlos und glaubten, ein Kobold habe es böswillig unter die guten Erze gemischt. Auburger erzählt die Geschichte, der Duden auch, und so steckt in einem chemischen Element bis heute ein Berggeist.

