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Besucherbergwerke Goldkronach: Gold, Stollen und Humboldts Spuren

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Zeichnung: kleines Stollenmundloch mit Holztür im Waldhang, davor ein Bach und eine Goldwaschpfanne
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Zeichnung: weißer Quarz mit feinen Goldadern
Quarz mit Freigold als ZeichnungIllustration
Karte: Lage von Besucherbergwerke Goldkronach in Goldkronach unter den Besucherbergwerken in Deutschland
Lage in Deutschland: gelb Besucherbergwerke Goldkronach, Kreuz Fichtelberg, Punkte weitere Besucherbergwerke. Entfernungen berechnen

Fünfunddreißig Meter. Weiter kommt man in der Schmutzlerzeche nicht, dem kleineren der beiden Stollen am Goldberg bei Goldkronach. Der zweite, der Mittlere Name Gottes, bringt es auf 105 begehbare Meter. Die Besucherbergwerke Goldkronach sind damit keine lange Grubenfahrt, sondern zwei kurze Gänge in ein Revier, in dem über Jahrhunderte Gold gesucht wurde und in dem in den 1790er-Jahren Alexander von Humboldt als preußischer Oberbergmeister arbeitete.

Goldkronach liegt im Fichtelgebirge im Landkreis Bayreuth. Die beiden Stollen befinden sich im Ortsteil Brandholz, Am Goldberg, und haben einen gemeinsamen Treffpunkt.

Gold aus dem Goldkronacher Revier

Der Stadtname ist Programm. Goldkronach war ein Ort des Goldbergbaus, darin sind sich Wikipedia, die Broschüre „Von Bergwerken, Hütten und Hämmern“ des bayerischen Wirtschaftsministeriums und die Stadt selbst einig.

Wie alt die heutigen Besucherstollen sind, lässt sich zumindest grob sagen. Nach Angaben der Stadt und von showcaves.com werden der Schmutzlerschacht und der Name-Gottes-Gang bereits um 1400 erwähnt. Beide Namen tauchen also schon im späten Mittelalter auf, lange bevor jemand daran dachte, Besucher hineinzuführen.

Die Stadt selbst verdankt dem Gold ihren Rang. Am 29. September 1365 erhob Burggraf Friedrich V. den Bergbauort zur Stadt; das Datum nennen Wikipedia und die Zeittafel, die showcaves.com für das Goldbergbaumuseum wiedergibt.

Die beste Zeit des Bergbaus lag nach Wikipedia zwischen der Mitte des 14. und der Mitte des 15. Jahrhunderts. Auch das Goldbergbaumuseum stellt diese beiden Jahrhunderte als Glanzzeit dar. Das Bayerische Landesamt für Umwelt, das den Goldberg zu den bedeutenden Geotopen Bayerns zählt, setzt den Beginn um 1340 an und spricht von rund 600 Jahren Bergbau.

Danach wurde es mühsamer. Nach dem Dreißigjährigen Krieg bemühte sich Markgraf Christian Ernst von Bayreuth, den Goldbergbau wieder in Gang zu bringen. Davon berichten Wikipedia, nach der die Schmutzlerzeche um 1665 unter ihm wieder aufgenommen wurde, und ein Aufsatz von Gert Rückel in der Zeitschrift „Frankenland“, der die Bemühungen insgesamt als vergeblich beschreibt. Für die wichtigste Grube, die Fürstenzeche, nennen beide unterschiedliche Jahre der Stilllegung: Wikipedia 1648, Rückel 1669. Fest steht, dass sie lange ruhte, als Alexander von Humboldt ins Revier kam.

Alexander von Humboldt als Oberbergmeister

Der berühmteste Name des Reviers ist Alexander von Humboldt. Bevor er als Naturforscher und Reisender bekannt wurde, stand er im Dienst des preußischen Bergbaus. In Goldkronach wirkte er als Oberbergmeister und ließ die Fürstenzeche wieder in Betrieb nehmen. In diesem Punkt stimmen Wikipedia, die Stadt Goldkronach und die Ministeriumsbroschüre überein.

Beim Zeitraum gehen sie leicht auseinander. Wikipedia nennt 1792 bis 1796, die Stadt 1793 bis 1796, und die Broschüre spricht von fünf Jahren ab 1792. Sicher ist damit: Humboldt war in der ersten Hälfte der 1790er-Jahre hier, und 1796 endete seine Tätigkeit im Revier.

Goldkronach war nicht sein einziges Projekt in Oberfranken. 1793 ließ er im Frankenwald den Bau des Friedrich-Wilhelm-Stollens bei Lichtenberg beginnen, eines Wasserlösungsstollens, der heute ebenfalls als Besucherbergwerk zugänglich ist. Wer beiden Spuren folgt, sieht zwei sehr verschiedene Seiten derselben Arbeit: hier der Versuch, ein altes Goldrevier wieder ertragreich zu machen, dort ein langer Stollen, der Gruben von Wasser befreien sollte.

Wie er dorthin kam, ist gut belegt. 1792 schickte die preußische Verwaltung den damals 23-Jährigen in die neue Provinz Ansbach-Bayreuth, um den Zustand des Bergbaus zu prüfen; so steht es bei Wikipedia und bei Rückel. Die Goldkronacher Gruben galten als unwirtschaftlich und sollten aufgegeben werden. Humboldt befuhr die Gruben, prüfte ihre Aussichten und setzte sich für die Fortführung ein. Nach Wikipedia brachte er die Gruben wieder in die Gewinnzone, Rückel nennt Förderzahlen, die das stützen.

Humboldt kümmerte sich auch um die Menschen unter Tage. Er gründete mit eigenem Geld eine Bergschule in Steben, um junge Bergleute auszubilden, und entwickelte eine Grubenlampe, die auch in sauerstoffarmer Luft brannte, sowie ein Atemgerät, das er „Respirationsmaschine“ nannte. Beide Erfindungen erprobte er unter Lebensgefahr selbst. Wikipedia und Rückel beschreiben das übereinstimmend.

Lange hielt es ihn nicht. Am 26. März 1795 bat er den König um Entlassung aus dem Amt des Oberbergmeisters, im November 1796 starb seine Mutter und hinterließ ihm ein Vermögen, das ihn unabhängig machte. Damit war der Weg frei für die Forschungsreise nach Südamerika, für die er später berühmt wurde.

Am Goldberg selbst erinnert der Alexander-von-Humboldt-Lehrpfad an ihn.

Schmutzlerzeche und Mittlerer Name Gottes

Zuerst kam die Schmutzlerzeche. Ab 1981 wurde der Schmutzler-Stollen hergerichtet, seit 1985 ist er für Besucher zugänglich; so berichten es Wikipedia, showcaves.com und die Stadt. Begehbar sind rund 35 Meter.

Der Mittlere Name Gottes folgte später, das Jahr ist aber nicht ganz klar. Die Stadt Goldkronach und showcaves.com nennen 1997, die Stadt präzisiert auf den Herbst 1997. Wikipedia gibt im Artikel über die Besucherbergwerke dagegen 1993 an. Begehbar sind heute 105 Meter, ein Ausbau auf über 400 Meter ist nach Angaben der Stadt und von showcaves.com geplant.

Wie lang die Stollenanlagen insgesamt sind, beantworten die Quellen unterschiedlich. Wikipedia nennt 340 Meter, ohne dass im Text klar wird, auf welchen Stollen sich die Zahl bezieht. Der ADAC spricht von rund 400 Metern, von denen etwa ein Viertel begehbar sei, was ungefähr zu den 105 Metern passt.

Klein sind beide Stollen trotzdem. Wer eine lange Tour mit Grubenbahn erwartet, ist hier falsch; wer einen alten Goldstollen aus nächster Nähe sehen will, braucht nicht mehr als diese wenigen Meter.

Gold, Antimonit und ein eigenes Mineral

Das Gold von Goldkronach sitzt in Quarzgängen. Sie durchziehen Schiefer, und neben dem Gold enthalten sie Arsenkies, Pyrit und Antimonit, das wichtigste Antimonerz. So beschreiben es Mineralogen der Universität Wien 1998 und eine Arbeitsgruppe, die ihre Untersuchungen zum Revier 2021 auf der Tagung der European Geosciences Union vorstellte. Das Landesamt für Umwelt spricht von goldhaltigen Quarzgängen.

Der Antimonit hat Goldkronach zu einem Platz in der Mineralogie verholfen. Wo er nahe der Oberfläche verwitterte, bildete sich unter anderem ein Magnesium-Antimonat, das zuvor nur aus dem Labor bekannt war. Ein Sammler fand die kleinen Kristalle im Revier, Wiener Mineralogen untersuchten sie, und 1998 wurde das Mineral unter dem Namen Brandholzit anerkannt, benannt nach dem Goldkronacher Ortsteil Brandholz, in dem auch die Besucherstollen liegen. Brandholz ist damit die Typlokalität dieses Minerals.

Unter Schutz steht die Landschaft am Goldberg ebenfalls. Das Landesamt für Umwelt führt den Goldberg von Goldkronach unter den bedeutenden Geotopen Bayerns und hebt die erhaltenen Stollen, Pingen, Halden und historischen Gebäude hervor. Wikipedia nennt für die beiden Besucherstollen eigene Geotop-Nummern.

Das Ende: von 1861 bis zur Fichtelgold AG

Nach Humboldt wurde zwar weiter gegraben, doch die Erträge sanken. Wann der klassische Goldbergbau endete, geben die Quellen unterschiedlich an: Wikipedia nennt 1861, die Zeittafel des Museums bei showcaves.com 1865.

Ganz vorbei war es damit nicht. Im 20. Jahrhundert unternahm die Fichtelgold AG einen letzten Versuch; Wikipedia und die Museumszeittafel datieren ihre Tätigkeit auf 1920 bis 1925. 1925 endete die Förderung im Ortsteil Brandholz, und mit dieser letzten Grube schloss nach Angaben des Landesamts für Umwelt der Goldkronacher Bergbau nach rund sechs Jahrhunderten.

Führung, Ausrüstung und Saison

Ohne Führung geht nichts. Beide Stollen sind nur im Rahmen einer geführten Besichtigung zugänglich, die Besucher tragen dabei bergmännische Ausrüstung. Festes Schuhwerk ist nach Angaben der Stadt und des ADAC Voraussetzung für die Teilnahme.

Die Saison reicht nach Stadt und Wikivoyage von Mai bis Mitte Oktober. Der ADAC nennt den 30. September als Ende, maßgeblich sind die Angaben der Stadt. Im Winter bleiben die Stollen geschlossen, weil sie dem Fledermausschutz dienen.

Treffpunkt ist das Infohaus Am Goldberg 6A im Ortsteil Brandholz. Es ist über den Humboldtweg erreichbar.

Anfahrt zum Goldberg in Brandholz

Die Besucherbergwerke liegen im Ortsteil Brandholz am Goldberg. Vor Ort führt die Beschilderung „Besucherbergwerke“ zum Ziel, nach Angaben der Stadt bis zum Infohaus Am Goldberg 6A. Die Ministeriumsbroschüre von 2008 nennt als Zugang den Friedhofsparkplatz und von dort den Humboldtweg.

Ohne Auto führt der Weg über Bayreuth. Wikipedia und Wikivoyage beschreiben übereinstimmend die Anreise mit der Bahn bis Bayreuth und von dort mit dem Linienbus nach Goldkronach. Vom Ort bis zum Goldberg im Ortsteil Brandholz bleibt dann noch ein Stück Weg, das man vorab auf der Karte nachsehen sollte.

Goldbergbaumuseum, Lehrpfad und Goldwaschen

In der Stadt selbst steht das Goldbergbaumuseum Goldkronach in der Bayreuther Straße 21. Es ergänzt die kurzen Stollen um das, was unter Tage keinen Platz hat: die lange Geschichte des Reviers. Eröffnet wurde es 2004 im ehemaligen Amtsgebäude der Forstverwaltung, so Wikipedia und showcaves.com. Nach showcaves.com und dem Museumsportal museen-in-bayern.de geht es dort um Herkunft, Abbau und Verarbeitung des Goldes und um die vergeblichen Versuche der Alchemisten, Gold künstlich herzustellen. Auch Humboldts Jahre im Revier haben im Museum ihren Platz. Zusammen mit dem Alexander-von-Humboldt-Lehrpfad am Goldberg ergibt sich daraus leicht ein ganzer Tag.

Wer das Gold nicht nur sehen, sondern selbst suchen möchte, findet mehr dazu auf der Seite Goldwaschen in Bayern. Im Fichtelgebirge liegt außerdem das Besucherbergwerk Gleißinger Fels in Fichtelberg, ebenfalls im Landkreis Bayreuth, wo kein Gold, sondern Eisenglimmer abgebaut wurde. Weitere Ziele nennt die Übersicht der Besucherbergwerke.

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  1. St. 01Besucherbergwerk Gleißinger FelsFichtelberg · Fichtelgebirge9 km
  2. St. 02Bergwerk WerraWeißenstadt · Fichtelgebirge15 km
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Häufige Fragen

Kann man die Besucherbergwerke Goldkronach ohne Führung besichtigen?

Nein. Beide Stollen sind nur im Rahmen einer Führung zugänglich, mit bergmännischer Ausrüstung und nur mit festem Schuhwerk.

Warum sind die Stollen in Goldkronach im Winter geschlossen?

Im Winter dienen die Stollen dem Fledermausschutz. Besucht werden können sie von Mai bis Mitte Oktober; der ADAC nennt als Saisonende den 30. September.

Wo beginnt die Führung durch die Goldkronacher Besucherbergwerke?

Treffpunkt ist das Infohaus Am Goldberg 6A im Ortsteil Brandholz. Es ist über den Humboldtweg erreichbar.

Was hat Alexander von Humboldt mit Goldkronach zu tun?

Humboldt war in den 1790er-Jahren preußischer Oberbergmeister im Goldkronacher Revier und ließ die Fürstenzeche wieder in Betrieb nehmen. Je nach Quelle begann seine Zeit dort 1792 oder 1793, sie endete 1796.