Am Anfang war Wald. So beschreibt die Chronik der Gemeinde das obere Tal der Fichtelnaab vor 1602: unberührt, ohne Siedlung, zwischen den beiden höchsten Bergen des Fichtelgebirges. Dann kamen Bergleute, ein Hochofen und ein Hammerwerk, und aus der Hüttensiedlung wurde der Ort, der heute Fichtelberg heißt. Die Gemeinde im Landkreis Bayreuth hat knapp 1.800 bis gut 1.880 Einwohner, je nach Stichtag, und ist ein staatlich anerkannter Luftkurort.
Der Name führt oft auf die falsche Fährte. Wer „Fichtelberg“ sucht, meint häufig den gleichnamigen Berg bei Oberwiesenthal in Sachsen. Um den geht es hier nur in einem kurzen Abschnitt. Diese Seite handelt vom Ort in Oberfranken: wo er liegt, wie der Bergbau ihn geformt hat, welche Ortsteile dazugehören, was es zu sehen gibt und wie man hinkommt.
Wo Fichtelberg in Oberfranken liegt
Fichtelberg liegt am Südosthang des Ochsenkopfs, im zentralen Massiv des Fichtelgebirges. Darin sind sich Wikipedia und die Tourismusseite Erlebnis Ochsenkopf einig. Der Ortskern liegt nach Angaben der Gemeinde auf 685 Metern über Normalhöhennull, das Gemeindegebiet reicht von etwa 640 bis 800 Metern. Mit 5,16 Quadratkilometern ist Fichtelberg eine kleine Gemeinde; Wikipedia nennt als einzige direkt angrenzende Nachbargemeinde Mehlmeisel im Süden.
Zwei Berge rahmen den Ort. Der Ochsenkopf ist 1.024 Meter hoch, der Schneeberg 1.051 Meter, und beide zusammen sind die höchsten Gipfel des Fichtelgebirges. Fichtelberg liegt im Sattel dazwischen, so beschreibt es Erlebnis Ochsenkopf. Mehr zu den Gipfeln steht auf der Seite zu den Bergen im Fichtelgebirge.
Zur Einwohnerzahl gibt es zwei Werte. Wikipedia nennt 1.772 Einwohner zum 31. Dezember 2025, die Gemeinde selbst gibt 1.883 zum 1. August 2026 an. Beide stammen aus unterschiedlichen Zählungen zu unterschiedlichen Stichtagen, falsch ist keiner von ihnen.
Oberhalb des Ortes verläuft eine europäische Hauptwasserscheide, und zwei Quellen zeigen, was das heißt. Die Fichtelnaab entspringt am Südosthang des Ochsenkopfs; ihre Quelle ist mit Steinplatten gefasst, beschreiben Wikipedia und ich-geh-wandern.de. Sie fließt durch Fichtelberg und Mehlmeisel nach Südosten und über Waldnaab und Naab schließlich in die Donau und ins Schwarze Meer. Nicht weit davon, am Osthang des Ochsenkopfs, liegt auf 887 Metern die Weißmainquelle. Ihr Wasser geht über den Main in den Rhein und in die Nordsee. Nach Wikipedia und Erlebnis Ochsenkopf wurde sie 1717 in Granit gefasst.
Fichtelberg in Bayern oder in Sachsen?
Der Fichtelberg, den viele meinen, steht im Erzgebirge. Er ist mit rund 1.215 Metern der höchste Berg Sachsens, Wikipedia nennt genauer 1.214,88 Meter. An seinem Fuß liegt Oberwiesenthal im Erzgebirgskreis, und auf den Gipfel fährt seit Dezember 1924 die Fichtelberg-Schwebebahn, die Wikipedia und bahndampf.de als älteste Seilschwebebahn Deutschlands bezeichnen. Mit dem Ort in Oberfranken hat dieser Berg nur den Namen gemeinsam.
| Fichtelberg Bayern (Gemeinde) | Fichtelberg Sachsen (Berg) | |
|---|---|---|
| Was es ist | Gemeinde, PLZ 95686 | Berg, 1.214,88 m |
| Bundesland | Bayern | Sachsen |
| Gebirge | Fichtelgebirge | Erzgebirge |
| Nächster Ort / Kreis | Landkreis Bayreuth | Oberwiesenthal, Erzgebirgskreis |
| Höchster Berg ringsum | Schneeberg, 1.051 m | Fichtelberg selbst |
Zwischen den beiden liegen nach den Koordinaten in OpenStreetMap und beim Haus der Bayerischen Geschichte rund 90 Kilometer Luftlinie. Wer eine Adresse ins Navigationsgerät eingibt, sollte deshalb die Postleitzahl 95686 oder den Zusatz „Fichtelberg Bayern“ verwenden, sonst landet die Route schnell im Erzgebirge. Ein Blick auf den Ortseintrag bei ADAC Maps hilft beim Abgleich: Dort stehen Schneeberg und Ochsenkopf als Nachbarberge, dazu Fichtelsee, Fahrzeugmuseum und Bergwerk als Ziele. Wer das sieht, ist im richtigen Fichtelberg.
Geschichte: Eisenerz, Gottesgab und Glas
Erzbergbau im oberen Fichtelnaabtal ist ab 1478 belegt, so die deutsche und die englische Wikipedia. Den eigentlichen Anfang setzt die Gemeinde aber auf 1602: Damals erhielt eine Gewerkschaft von sechs Männern die Erlaubnis, am Gleißinger Fels Erz zu gewinnen und zu verhütten, so die Gemeindechronik und die englische Wikipedia. Als Gründer nennen Wikipedia und der heutige Bergwerksbetreiber Johann Glaser. Am Oberlauf der Naab entstanden Hochöfen und Hammerwerke, und aus dieser Hüttensiedlung ging der heutige Ortsteil Neubau hervor, wie die Gemeinde und der Wikipedia-Artikel zum Fichtelsee festhalten.
Ein Detail aus dieser Zeit erklärt den heutigen Ortsnamen. Die Grube und später auch das Bergamt hießen „Gottesgab am Fichtelberg“, schreiben die Gemeinde und die englische Wikipedia, und mit der Zeit setzte sich der zweite Teil des Namens durch.
Silber wurde hier übrigens nie gefördert, auch wenn der Gleißinger Fels als Silbereisenbergwerk bekannt ist. Abgebaut wurde Eisenglimmer, eine glänzende, schuppige Form des Hämatits, dessen silbriger Schimmer dem Erz seinen Namen gab. Das beschreiben showcaves.com und der heutige Betreiber des Bergwerks. Die ganze Geschichte des Bergwerks steht auf der Seite zum Besucherbergwerk Gleißinger Fels.
Rund 250 Jahre lebte der Ort vom Erz und vom Eisen. Am 26. März 1859 wurde der Abbau eingestellt, wie beide Wikipedia-Artikel festhalten, das Bergamt schloss 1862. Viele Einwohner zogen danach fort, schreiben die Gemeindechronik und die englische Wikipedia. Was blieb, war Stein: Nach Wikipedia und dem Haus der Bayerischen Geschichte trat die Granitindustrie an die Stelle des Bergbaus.
Verwaltungsgeschichtlich gehörte das Gebiet lange zur Oberpfalz. Erst 1857 kam Fichtelberg zu Oberfranken, als der Bezirk des Landgerichts Bayreuth erweitert wurde; das schreiben das Haus der Bayerischen Geschichte und die englische Wikipedia. Die Farben Silber und Blau im Gemeindewappen erinnern bis heute an diese Zugehörigkeit.
1886 entdeckte der Leipziger Lehrer Franz Hurtig den Ort für sich. Mit ihm begann die Sommerfrische in Fichtelberg, berichten die Gemeindechronik und Wikipedia übereinstimmend, und aus ihr wurde mit der Zeit der heutige Luftkurort.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam ein neues Handwerk. Glasmacher aus Gablonz in Böhmen siedelten sich an, schreiben die Gemeinde und Wikipedia, und mit ihnen kam die Glasverarbeitung in den Ort. Das Wappen, das die Gemeinde seit 1955 führt, fasst diese Geschichte in einem Bild zusammen. Nach dem Haus der Bayerischen Geschichte stehen die drei Fichten oben für den Ortsnamen und den Wald, die gekreuzten Bergmannshämmer für Bergbau, Erzverhüttung und die spätere Granitindustrie, und das Glas für die frühere Spiegelglaserzeugung und die Gablonzer Feinglasindustrie.
Die Ortsteile Fichtelberg, Neubau und Hüttstadl
Die Gemeinde nennt drei Ortsteile: Fichtelberg, Neubau und Hüttstadl-St. Veit. Wikipedia führt dieselben drei, wobei St. Veit dort zu Hüttstadl gezählt wird.
Fichtelberg ist das Pfarrdorf mit Rathaus und Bergkirche. Neubau ist der älteste Teil, die Hüttensiedlung des frühen 17. Jahrhunderts. Dort liegen heute das Besucherbergwerk Gleißinger Fels, der Fichtelsee mit Campingplatz und die Bleaml-Alm mit Skilift. Wer zum Bergwerk oder zum See will, fährt also nach Neubau, nicht in den Ortskern. Der dritte Ortsteil ist Hüttstadl-St. Veit; zu ihm gehört die Kapelle St. Veit, die Erlebnis Ochsenkopf unter den Kirchen und Kapellen der Gemeinde aufführt.
Fichtelberg Sehenswürdigkeiten: vom Bergwerk bis zur Bergkirche
In Fichtelberg Sehenswürdigkeiten zu finden, ist nicht schwer, denn die wichtigsten liegen in der Luftlinie kaum zwei Kilometer auseinander. Drei davon haben auf dieser Website eigene Seiten.
Das Besucherbergwerk Gleißinger Fels im Ortsteil Neubau ist der Grund, warum viele Besucher überhaupt nach Fichtelberg kommen. Wikipedia nennt es das älteste Bergwerk Nordbayerns, die Tourismusseite der Gemeinde das älteste und größte Erzbergwerk Nordostbayerns. Besichtigt wird es nur mit Führung. Die Termine stehen beim Betreiber auf besucherbergwerk-fichtelberg.de.
Der Fichtelsee liegt oberhalb von Neubau im Waldsattel zwischen Ochsenkopf und Schneeberg. Er entstand als Stauweiher für die Eisenhütten von Gottesgab und ist heute ein Badesee mit Rundweg; nördlich schließt das Fichtelseemoor an, ein Naturschutzgebiet. Nach Wikipedia und Erlebnis Ochsenkopf ist er rund 10,5 Hektar groß.
Das Deutsche Fahrzeugmuseum, auch als Automobilmuseum Fichtelberg bekannt, zeigt in drei Hallen und auf einem überdachten Freigelände Autos, Motorräder, Flugzeuge, Traktoren und Feuerwehrfahrzeuge. Es entstand 1992 als private Initiative der Familie Eckert, so Wikipedia.
Im Ort selbst fällt zuerst die Bergkirche auf. Die barocke Kirche wurde nach Wikipedia von 1708 bis 1711 gebaut, die Gemeindechronik nennt 1711 als Jahr der Weihe; der Altar stammt nach der deutschen und der englischen Wikipedia von 1730. Älter ist die barocke Mariensäule von 1680, die laut Gemeindechronik in „Gottesgab am Fichtelberg“ gegossen wurde, also am Ort selbst.
Kleiner, aber anschaulich ist das Dorfmuseum Mühlgüt’l. Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert vereint Wohnräume, Stall und Scheune unter einem Dach, so beschreiben es Erlebnis Ochsenkopf und die Tourismusseite der Gemeinde. Außerdem gibt es ein Glasperlenmuseum, das beide Quellen aufführen; Öffnungszeiten erfragt man am besten bei der Gästeinformation der Gemeinde.
Wer in Fichtelberg Sehenswürdigkeiten mit Bezug zum Wasser sucht, geht zu den Quellen. Die Weißmainquelle und die Fichtelnaabquelle liegen beide am Hang des Ochsenkopfs oberhalb des Ortes, und beide sind gefasst, die eine in Granit, die andere mit Steinplatten.
Der Ochsenkopf prägt den Ort, auch wenn der Gipfel ein Stück entfernt liegt. Nach inFranken.de und alpen-guide.de führen zwei Seilbahnen hinauf, eine von Bischofsgrün auf der Nordseite, eine vom Fleckl bei Warmensteinach auf der Südseite. Oben stehen der Asenturm mit Aussicht und Gaststätte sowie ein Sendeturm.
Wandern und Wintersport
Die bekannteste kurze Runde ist der Rundweg um den Fichtelsee, je nach Variante rund zwei bis drei Kilometer lang. Daneben liegt ein Barfuß- und Sinnespfad von 1,5 Kilometern mit 18 Stationen, den Erlebnis Ochsenkopf und die Gemeinde beschreiben. Vom See führen Wege durch das Moor hinauf zum Seehaus und weiter zum Schneeberg; die Details stehen auf der Seite zum Fichtelsee.
Längere Touren führen auf den Ochsenkopf oder über den Kamm. Wer das ganze Gebirge im Blick hat, findet einen Überblick auf der Seite zum Fichtelgebirge.
Im Ortsteil Neubau liegt außerdem eine Skirollerbahn, die im Sommer zum Skaten und im Winter als Loipe dient. Im Winter kommen Langlaufloipen und der Skilift an der Bleaml-Alm dazu; Wikipedia, die Gemeindechronik und Erlebnis Ochsenkopf nennen beide.
Anfahrt nach Fichtelberg
Mit dem Auto liegt Fichtelberg nach Wikipedia rund drei Kilometer südlich der B 303. Von der Autobahn A 9 zwischen Nürnberg und Berlin führen die Ausfahrten Bad Berneck oder, aus Richtung Berlin, Gefrees ins Fichtelgebirge. Für Wanderer am Fichtelsee gibt es Parkplätze an der Fichtelseestraße in Neubau und am Seehaus an der B 303.
Einen Bahnhof hat Fichtelberg seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Lokalbahn von Neusorg herauf wurde 1890 eröffnet und verlor 1976 den Personenverkehr; das halten der deutsche Wikipedia-Artikel zum Ort und der englische zur Strecke fest. Die Gemeinde verweist heute auf die Bahnhöfe in Bayreuth und Marktredwitz.
Von dort geht es mit dem Bus weiter. Die Gemeinde nennt die VGN-Linie 329 von Bayreuth über Bad Berneck und Bischofsgrün, die VGN-Linie 369 von Bayreuth über Weidenberg und Warmensteinach sowie die VGF-Linie 3 von Marktredwitz über Wunsiedel. Die 369 vermarktet der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg als Fichtel-Express; sie hält auch an den Talstationen am Ochsenkopf. Fahrpläne stehen bei vgn.de und vgf-web.de und ändern sich je nach Saison, deshalb stehen hier keine Abfahrtszeiten.
Wer mit dem Bus kommt und zum Bergwerk oder zum See will, steigt in Neubau aus. Die Haltestellen heißen dort „Neubau (b. Fichtelberg)“.

