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Berge im Fichtelgebirge: Schneeberg, Ochsenkopf und die Gipfel

Blick von einem Granitfelsen über bewaldete Mittelgebirgsrücken, Morgennebel in den Tälern (mit AI erstelltes Bild)AI
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Der höchste Punkt des Fichtelgebirges ist ein Granitfelsen auf dem Schneeberg, 1.051 Meter hoch. Auf ihm steht ein Aussichtsturm aus Eichenholz, und Felsen wie Turm tragen denselben Namen: Backöfele. So beschreiben es Wikipedia und der Wunsiedler Heimatforscher Dietmar Herrmann, und die Höhe deckt sich mit OpenStreetMap. Kein anderer der Berge im Fichtelgebirge kommt an diese Höhe heran, der Schneeberg im Fichtelgebirge steht allein an der Spitze. Nur ein einziger überschreitet überhaupt noch die 1.000-Meter-Marke, der Ochsenkopf.

Diese Seite ordnet die Berge im Fichtelgebirge nach Höhe, erklärt, warum das Gebirge auf der Karte wie ein Hufeisen aussieht, und geht dann die bekanntesten Berge einzeln durch: Schneeberg und Ochsenkopf, Rudolfstein, Kösseine, Waldstein und die Gipfel an den Rändern. Zum Schluss geht es um den Granit, aus dem fast alle diese Felsen bestehen.

Das Hufeisen: wie die Berge im Fichtelgebirge angeordnet sind

Wer die Berge im Fichtelgebirge auf einer Karte einträgt, sieht ein Hufeisen, das sich nach Nordosten öffnet. So beschreiben den Grundriss des Gebirges die Tourismuszentrale Fichtelgebirge und Wikipedia gleichermaßen. Die hohen Kämme umschließen eine tiefer gelegene Hochfläche um Wunsiedel, Selb und Marktredwitz.

Im nordwestlichen Schenkel stehen die höchsten Gipfel. Dort liegt der Schneeberg, westlich davor der lange Rücken der Hohen Heide, weiter nördlich der Waldsteinzug mit dem Großen Waldstein und dem Epprechtstein und ganz im Nordosten das Massiv des Großen Kornbergs. Der südöstliche Schenkel ist niedriger; seine höchste Erhebung ist die Platte im Steinwald. Im Südwesten, zwischen den beiden Schenkeln, folgen der Ochsenkopf, die Kösseine und die flache Königsheide mit dem Hohberg. Der Höhenweg des Fichtelgebirgsvereins folgt diesem Bogen auf rund 48 Kilometern von Schwarzenbach an der Saale bis Wunsiedel und berührt dabei fast alle hohen Gipfel, nur den Ochsenkopf lässt er aus.

Mit der Form hängt auch das Wasser zusammen. Im Fichtelgebirge entspringen vier Flüsse, deren Wasser in verschiedene Richtungen abläuft: der Main am Ochsenkopf nach Westen zum Rhein, die Naab ebenfalls am Ochsenkopf nach Süden zur Donau, die Saale am Waldstein nach Norden zur Elbe und die Eger am Nordhang des Schneebergs nach Osten, am Ende ebenfalls in die Elbe. Wegen dieser Wasserscheide beschreibt die Tourismuszentrale das Fichtelgebirge als „Nabel Deutschlands“.

Die Berge im Fichtelgebirge nach Höhe

Die Höhen in der Tabelle stammen aus der Gipfelliste der Wikipedia zum Hohen Fichtelgebirge und aus den Gipfeldaten von OpenStreetMap. Aufgenommen ist ein Berg nur, wenn mindestens zwei Quellen dieselbe Zahl nennen. Beim Großen Kornberg nennt OpenStreetMap 826 Meter, Wikipedia und das Wanderportal ich-geh-wandern.de geben 827 Meter an. Beim Haberstein am Schneeberg schwanken die Angaben zwischen 923 und 927 Metern; OpenStreetMap und ich-geh-wandern.de stimmen bei 924 Metern überein.

Berg Höhe (m ü. NHN) Besonderheit
Schneeberg 1.051 höchster Berg, Aussichtsturm Backöfele, ehemaliger Aufklärungsturm der Bundeswehr
Ochsenkopf 1.024 Asenturm, Sendeturm, zwei Seilbahnen, Skigebiet
Nußhardt 972 Felsburg mit Treppe, „Druidenschüsseln“, Höhle Nußhardtstube
Seehügel 953 Kamm zwischen Nußhardt und Platte, Ahornfels am Südwesthang
Platte (Steinwald) 946 höchster Berg des Steinwalds, Oberpfalzturm
Kösseine 939 Doppelgipfel, Kösseineturm und Kösseinehaus, Granit-Blockmeer
Haberstein (Schneeberg) 924 Blockmeer mit Felsturm am Westhang des Schneebergs
Platte (Schneebergmassiv) 885 Blockhalde aus kantigen Granitplatten
Burgstein (Kösseinemassiv) 879 Burgsteinfelsen, Naturdenkmal
Großer Waldstein 877 Burgruine „Rotes Schloss“, Bärenfang, Teufelstisch
Rudolfstein 866 geschichtete Felstürme mit Treppe, Drei Brüder in der Nähe
Hohberg 863 höchste Erhebung der Königsheide
Hohe Heide 848 bewaldeter Rücken westlich des Schneebergs
Haberstein (Kösseinemassiv) 848 Granit-Felsburg, Naturdenkmal
Kreuzstein 838 höchste Erhebung der Kreuzsteingruppe
Klausenberg 835 Klausenturm an der Nordostflanke
Großer Kornberg 827 Schönburgwarte, ehemaliger Aufklärungsturm
Hohe Matze 813 Felsgipfel am Höhenweg
Epprechtstein 798 Burgruine, Steinbrüche, Steinbruchweg

Von den neunzehn Gipfeln der Tabelle liegen nur zwei über 1.000 Metern, und nur einer darf sich höchster Berg im Fichtelgebirge nennen. Das Fichtelgebirge ist ein Gebirge der vielen mittelhohen Kuppen, und was einen Gipfel bekannt macht, ist selten die Höhe, sondern meist der Fels obendrauf.

  1. Schneeberg1.051 m
  2. Ochsenkopf1.024 m
  3. Nußhardt972 m
  4. Seehügel953 m
  5. Platte (Steinwald)946 m
  6. Kösseine939 m
  7. Haberstein (Schneeberg)924 m
  8. Platte (Schneebergmassiv)885 m
  9. Burgstein (Kösseinemassiv)879 m
  10. Großer Waldstein877 m
  11. Rudolfstein866 m
  12. Hohberg863 m
  13. Hohe Heide848 m
  14. Haberstein (Kösseinemassiv)848 m
  15. Kreuzstein838 m
  16. Klausenberg835 m
  17. Großer Kornberg827 m
  18. Hohe Matze813 m
  19. Epprechtstein798 m
Die Gipfel aus der Tabelle nach Höhe in Metern über Normalhöhennull. Die Balken beginnen bei 750 Metern, damit die Unterschiede sichtbar werden.

Der Schneeberg: höchster Berg im Fichtelgebirge

Der Schneeberg ist mit 1.051 Metern höchster Berg im Fichtelgebirge und zugleich der höchste Berg Frankens und Nordbayerns, so Wikipedia, Herrmann und ich-geh-wandern.de. Der Name kommt sehr wahrscheinlich vom Schnee, der in dieser Höhe früher fällt und länger liegt. Eine ältere Deutung leitet ihn von „snede“ ab, einem alten Wort für Grenze; beide Quellen halten die Schnee-Erklärung für die wahrscheinlichere.

Der Gipfel ist ein Blockmeer aus Granit mit einer Felsburg obenauf. Von Weitem erkennt man den Schneeberg im Fichtelgebirge allerdings an etwas anderem: am ehemaligen Aufklärungsturm der Bundeswehr, den Wikipedia und Herrmann ein Mahnmal des Kalten Krieges nennen.

Das Backöfele

Auf der höchsten Felsgruppe steht das Backöfele. Der Name gehörte zuerst dem Felsen und ging später auf den Turm über. Woher er kommt, ist nicht sicher. Die verbreitete Erklärung: Im Dreißigjährigen Krieg sollen sich die Bewohner der umliegenden Dörfer auf den Gipfel geflüchtet und dort ihr Brot gebacken haben. Der Heimatforscher Rudolf Thiem aus Vordorfermühle dachte eher an eine Felspartie, die einem gemauerten Backofen mit Schürloch ähnelt.

Einen Turm gab es hier schon im späten Mittelalter. 1498 ließ der Markgraf eine Wartordnung ausarbeiten, ein Netz von Beobachtungsposten auf den Bergen, die bei Gefahr Feuer- oder Rauchzeichen an die nächste Warte weitergaben. Der Schneeberg gehörte dazu, und 1713 waren von dieser Warte noch Reste zu sehen. Den Holzturm aus Eichenstämmen errichtete 1926 der Fichtelgebirgsverein. Nach 90 Jahren war er baufällig und wurde im Juli 2016 gesperrt. Der heutige Turm, 14 Meter hoch, ist ein Nachbau von 2017, der genauso aussieht wie sein Vorgänger.

Vom Sperrgebiet zum Wanderziel

Wie wichtig der Schneeberg für das Militär war, zeigt eine lange Liste von Jahreszahlen. Ende der 1930er-Jahre stand auf dem Gipfel ein 35 Meter hoher Holzturm der Luftwaffe; 1942 brannte er ab. Am 14. November 1951 requirierten US-Streitkräfte einen Teil des Gipfels und bauten Gebäude und Stahlgerüste für Antennen. 1961 übernahm die Bundeswehr den nördlich angrenzenden Bereich, und 1967 nahm im neuen Turm der Fernmeldesektor E seinen Aufklärungsbetrieb auf. Der Gipfel war damit Sperrgebiet. Das Backöfele stand mittendrin und war für Wanderer nicht erreichbar.

Mit dem Ende des Kalten Krieges kam der Abzug. Die Amerikaner verließen den Schneeberg am 30. April 1992, die Bundeswehr stellte am 31. März 1993 die Aufklärung ein, und am 30. Juni 1994 ging der letzte Soldat. Am 29. Dezember 1995 kaufte der Landkreis Wunsiedel eine 6.500 Quadratmeter große Teilfläche des früheren amerikanischen Geländes, auf der auch das Backöfele steht; zusammen mit dem Naturpark Fichtelgebirge ließ er Bauten abbrechen und Flächen renaturieren. Seitdem ist der Gipfel wieder ein Wanderziel. Der Bundeswehrturm steht noch und wird für den Mobilfunk genutzt.

Hinauf geht es auf Wanderwegen. Der Höhenweg kommt vom Rudolfstein herauf und führt am Nußhardt weiter, eine beliebte Runde beginnt am Wanderparkplatz Seehaus an der B 303. Wer vom Fichtelsee aus startet, findet die Route dort beschrieben.

Haberstein und Nußhardt

Zwei Nebengipfel lohnen den Umweg. Der Haberstein an der Westseite des Schneebergs ist von einem großen Blockmeer aus Granit bedeckt, das ein Felsturm abschließt; das Gebiet ist Naturschutzgebiet. Von dort sieht man hinüber zum Ochsenkopf.

Der Nußhardt, 972 Meter hoch, schließt südöstlich an den Schneeberg an. Auf seine Felsburg führen seit 1880 Treppen, angelegt von der Sektion Fichtelgebirge des Alpenvereins, dem Vorläufer des Fichtelgebirgsvereins. Oben liegen acht kleine, schüsselförmige Mulden im Granit, die „Druidenschüsseln“. Früher hielt man sie für Opferschalen heidnischer Kulte, heute weiß man, dass die Verwitterung sie ausgewaschen hat. An der Südseite liegt der niedrige Eingang der Nußhardtstube, einer rund 50 Meter langen Höhle zwischen den Blöcken. Der Gipfelbereich steht auf 5,5 Hektar unter Naturschutz.

Ochsenkopf: Asenturm, Sender und Seilbahnen

Der Ochsenkopf ist mit 1.024 Metern der zweithöchste Gipfel und der meistbesuchte. Herrmann begründet das nüchtern: Man kommt bequem hinauf. Seit 1969 führten von Norden und Süden Sessellifte auf den Berg, im Norden ab Bischofsgrün, im Süden ab Fleckl, einem Ortsteil von Warmensteinach. Inzwischen fahren auf beiden Seiten Kabinenbahnen. Die Nordbahn mit Zehner-Gondeln ersetzte zum Jahreswechsel 2023/24 den alten Doppelsessellift, berichtete inFranken.de; laut Wikipedia folgte 2024 die Südseite. Fahrzeiten und Preise nennen die Seilbahnbetreiber.

Auf dem Gipfel stehen zwei Türme. Der ältere ist der Asenturm, ein Aussichtsturm des Fichtelgebirgsvereins mit Gaststätte. Eingeweiht wurde er am 26. August 1923, mitten in der Inflation. Als das Geld ausging, arbeiteten Vereinsmitglieder aus Hof, Bayreuth, Bischofsgrün, Fichtelberg, Münchberg und Schwarzenbach selbst mit, und Schulkinder aus Bischofsgrün trugen Baumaterial im Rucksack auf den Gipfel. Der Name geht auf einen Sinnspruch über die Asen zurück, die germanischen Götter. Schon damals gab es Widerspruch, weil sich auf dem Berg keine germanische Kultstätte nachweisen ließ.

Daneben steht der Sendeturm des Bayerischen Rundfunks, 1958 fertiggestellt. Seine Programme reichten weit nach Sachsen und Thüringen hinein, also in die damalige DDR. Wie hoch er ist, hängt davon ab, wen man fragt: Herrmann nennt für den Betonturm 163 Meter und seit dem Aufsetzen neuer Antennen 2008 fast 200 Meter, Wikipedia gibt 191,5 Meter an.

Der Ochsenkopf hat dem ganzen Gebirge den Namen gegeben. In markgräflichen Landbüchern von 1499 und 1536 heißt er noch „Vichtelberg“, und aus dem alten Wort „Fichtel“ wurde später der Name Fichtelgebirge. Wikipedia und Herrmann bringen es mit der Grube St. Veit am Südfuß des Berges in Verbindung, in der schon im 14. Jahrhundert Eisen gewonnen wurde. Bergbau gab es am Ochsenkopf noch lange danach: Am Südosthang, in Fichtelberg-Neubau, liegt das Besucherbergwerk Gleißinger Fels, in dem Eisenglimmer abgebaut wurde.

Im Winter ist der Ochsenkopf das Skigebiet der Region. Wikipedia und die Tourismuszentrale nennen Pisten, Loipen und Sprungschanzen; im Sommer kommen Sommerrodelbahn und Mountainbike-Strecken dazu. Am Osthang entspringen der Weiße Main und, nicht weit davon, die Fichtelnaab.

Rudolfstein und Drei Brüder

Im Nordosten des Schneebergmassivs, südlich von Weißenstadt, steht der Rudolfstein, 866 Meter hoch und bewaldet. Oben stapeln sich mehrere geschichtete Felstürme, auf den höchsten führt seit 1890 eine Treppe. Von dort blickt man hinunter auf den Weißenstädter See. Im Frühjahr und Herbst ist der Berg wegen seines Laubwalds ein beliebtes Ziel, darin sind sich Wikipedia und Herrmann einig.

Zwischen den Felsen stand einmal eine kleine Burg. Urkundlich erwähnt ist das „Schloss Rudolfstein“ 1317, als Graf Berthold von Henneberg es mit den zugehörigen Orten, darunter Weißenstadt, als Reichslehen erhielt. 1347 kauften es die Burggrafen von Nürnberg, nach 1485 taucht die Burg in den Akten nicht mehr auf. Dass ein fränkischer Pfalzgraf Rudolf hier schon 857 eine erste Befestigung baute und dem Berg den Namen gab, erzählt die Überlieferung. Urkunden dafür gibt es nicht.

Am Rudolfstein wurde früher Zinn abgebaut, im 20. Jahrhundert auch Uran. Ein Stück dieser Geschichte ist begehbar: das Bergwerk Werra bei Weißenstadt, ein alter Zinnstollen, der seit Juli 2016 als Besucherbergwerk geöffnet ist.

Ein kurzes Stück weiter Richtung Schneeberg, direkt am Höhenweg, stehen die Drei Brüder: drei mächtige Granitfelsen nebeneinander, auf rund 840 Metern Höhe. Ihr Granit ist waagerecht geklüftet, und die Verwitterung hat ihn entlang dieser Fugen in flache Lagen zerlegt, die an aufeinandergestapelte Matratzen erinnern. Geologen sprechen tatsächlich von Matratzenverwitterung.

Die Kösseine südlich von Wunsiedel

Die Kösseine steht südlich von Wunsiedel, 939 Meter hoch, und ihren Doppelgipfel sieht man aus fast allen Richtungen. Über den Berg verlaufen die Grenze zwischen Oberfranken und der Oberpfalz und die Europäische Hauptwasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzem Meer. Das Granit-Blockmeer im Gipfelbereich steht auf 15,8 Hektar unter Naturschutz. Mehrere Felsgruppen, darunter die Kleine Kösseine, der Große und der Kleine Haberstein und der Burgsteinfelsen, sind als Naturdenkmäler geschützt.

Urkundlich taucht der Berg am 7. März 1283 auf, als „Chozin“. Der Name ist slawischen Ursprungs und bedeutet Ziegenberg. Bekannt wurde die Kösseine durch einen Ausritt: Am 17. Juni 1805 ritten König Friedrich Wilhelm III. von Preußen und Königin Luise von Alexandersbad aus zum Gipfel, und die Zeitungen berichteten darüber.

Oben stehen das Kösseinehaus des Fichtelgebirgsvereins und der Kösseineturm, ein Aussichtsturm aus Granit, gebaut 1924. Eine öffentliche Fahrstraße hinauf gibt es nicht, wer auf die Kösseine will, muss laufen. Ehrlich gesagt ist das der Reiz: Der Aufstieg durch den Wald endet an einer Hütte mit Aussicht, nicht an einem Parkplatz.

Großer Waldstein: Rotes Schloss und Bärenfang

Der Große Waldstein, 877 Meter, ist die höchste Erhebung des Waldsteinzugs im Norden des Hufeisens. Im Gipfelbereich wachsen alte Buchen zwischen mächtigen Felstürmen, das ganze Areal ist Naturschutzgebiet mit 20,2 Hektar. Hier führt eine öffentliche Straße hinauf, von Weißenstadt und von Sparneck bis zum Waldsteinhaus des Fichtelgebirgsvereins. Von dort ist der Gipfelrundgang ein Spaziergang.

Auf einer Felswand stehen die Reste der Burg Waldstein, die man das „Rote Schloss“ nennt. Erbaut haben sie im 14. Jahrhundert die Herren von Sparneck, im Hochsommer 1523 zerstörte sie das Heer des Schwäbischen Bundes. Vor der Burgpforte liegt der Teufelstisch, ein Felsblock, der sich nach oben verbreitert und eine ovale Platte trägt. Der Sage nach spielen dort die Teufel Karten.

Rund 200 Meter westlich vom Waldsteinhaus steht ein kleines Bauwerk aus Granitquadern: der Bärenfang, eine Falle für Bären, erstmals urkundlich erwähnt am 3. April 1656. Unweit des Waldsteins entspringt außerdem die Saale, die nach Norden zur Elbe fließt.

Steinwald, Kornberg und Epprechtstein: die Ränder des Hufeisens

Im Süden des Gebirges liegt der Steinwald, ein Granitrücken im Landkreis Tirschenreuth. Seine höchste Erhebung ist die Platte mit 946 Metern, auf ihr steht der Oberpfalzturm. Am Kamm liegt außerdem die Burgruine Weißenstein, von der man ebenfalls weit sieht.

Den nordöstlichen Eckpfeiler bildet der Große Kornberg, 827 Meter hoch. Erkennbar ist er am ehemaligen Aufklärungsturm der Bundeswehr. Daneben steht die Schönburgwarte, ein viereckiger Turm von 26 Metern Gesamthöhe, auf den 114 Steinstufen führen; eingeweiht wurde sie am 10. Oktober 1954.

Der Epprechtstein im Waldsteinzug ist mit 798 Metern der niedrigste Berg der Tabelle und trotzdem ein eigenes Ziel. Auf dem Gipfel steht die Ruine der Burg Epprechtstein. Rund um den Berg wurde Granit gebrochen; ein Steinbruchweg erklärt Abbau und Transport, und am Fuß bei Buchhaus wartet ein Labyrinth aus Granitblöcken.

Granit, Wollsäcke und das Felsenlabyrinth

Fast alle Felsen auf diesen Gipfeln sind Granit. Wie viel Fläche er einnimmt, geben die Quellen unterschiedlich an: Wikipedia nennt etwa 40 Prozent des Gebirges, die Tourismuszentrale fast die Hälfte. Die runden, gestapelten Formen, die an gefüllte Wollsäcke erinnern, haben eine einfache Ursache. Beim Abkühlen bekam der Granit waagerechte und senkrechte Klüfte. Dort griff die Verwitterung an, besonders im feuchtwarmen Klima des Tertiärs, und rundete die Kanten ab. Später wurde der lockere Verwitterungsschutt abgetragen, die Blöcke kamen frei, wurden instabil und verrutschten. Wikipedia und Herrmann beschreiben diesen Ablauf übereinstimmend; Fachleute nennen ihn Wollsackverwitterung.

Das bekannteste Ergebnis ist das Luisenburg-Felsenlabyrinth bei Wunsiedel, am Nordrand des Kösseinemassivs. Seit dem 1. Februar 2026 ist es Nationales Naturmonument. Die Verordnung der Staatsregierung schützt ausdrücklich die Felsformationen aus Kösseine-Granit, dazu das Kleine Labyrinth und den Burgsteinfelsen. Wie man das Labyrinth besucht und welche anderen Ziele in der Region warten, steht auf der Seite Fichtelgebirge: Sehenswürdigkeiten und Wandern.

Einer der frühen Besucher dieser Felsen war Goethe. Am 1. Juli 1785 kam er mit Karl Ludwig von Knebel auf dem Weg zum Ochsenkopf am damaligen Zechenhaus der Zinnbergleute vorbei. Das Zechenhaus ist heute das Seehaus des Fichtelgebirgsvereins, und eine Gedenktafel am Haus erinnert an den Besuch.

Häufige Fragen

Welcher ist der höchste Berg im Fichtelgebirge?

Der Schneeberg mit 1.051 Metern. Er ist zugleich der höchste Berg Frankens und Nordbayerns. Auf seiner höchsten Felsgruppe steht der hölzerne Aussichtsturm Backöfele.

Wie hoch ist der Ochsenkopf?

1.024 Meter. Damit ist er der zweithöchste Berg des Fichtelgebirges. Auf dem Gipfel stehen der Asenturm mit Gaststätte und der Sendeturm des Bayerischen Rundfunks; Seilbahnen fahren von Bischofsgrün und von Fleckl bei Warmensteinach hinauf.

Kann man auf das Backöfele am Schneeberg steigen?

Ja. Jahrzehntelang lag der Gipfel im militärischen Sperrgebiet, seit Mitte der 1990er-Jahre ist er wieder zugänglich. Der heutige, 14 Meter hohe Holzturm wurde 2017 als Nachbau des Turms von 1926 errichtet.

Warum heißt das Fichtelgebirge Hufeisen?

Die hohen Bergkämme bilden im Grundriss ein Hufeisen, das nach Nordosten offen ist. Sie umschließen die tiefer liegende Hochfläche um Wunsiedel und Selb.

Wo steht der Bärenfang im Fichtelgebirge?

Auf dem Großen Waldstein, rund 200 Meter westlich vom Waldsteinhaus des Fichtelgebirgsvereins. Die Bärenfalle aus Granitquadern wird 1656 erstmals urkundlich erwähnt.

Quellen

  1. Wikipedia: Fichtelgebirge
  2. Wikipedia: Hohes Fichtelgebirge
  3. OpenStreetMap: Gipfeldaten (natural=peak) im Fichtelgebirge
  4. Tourismuszentrale Fichtelgebirge: Das Fichtelgebirge – Basistext
  5. Wikipedia: Schneeberg (Fichtelgebirge)
  6. Wikipedia: Backöfele
  7. Bayern-Fichtelgebirge.de (Dietmar Herrmann): Der Schneeberg im Fichtelgebirge
  8. Bayern-Fichtelgebirge.de (Dietmar Herrmann): Backöfele – Felsenname und Aussichtsturm
  9. Bayern-Fichtelgebirge.de (Dietmar Herrmann): Schneeberg: Berge und Felsen
  10. ich-geh-wandern.de: Schneeberg-Rundwanderung
  11. Wikipedia: Nußhardt
  12. Wikipedia: Haberstein (Schneeberg)
  13. Wikipedia: Ochsenkopf (Fichtelgebirge)
  14. Bayern-Fichtelgebirge.de (Dietmar Herrmann): Der Ochsenkopf
  15. Bayern-Fichtelgebirge.de (Dietmar Herrmann): Der Asenturm
  16. Bayern-Fichtelgebirge.de (Dietmar Herrmann): Der Sendeturm des Bayerischen Rundfunks
  17. Bayern-Fichtelgebirge.de (Dietmar Herrmann): Woher kommt der Name Fichtelgebirge?
  18. inFranken.de: „Panne“ am Ochsenkopf: Söder kommt zur Eröffnung
  19. Wikipedia: Rudolfstein (Fichtelgebirge)
  20. Stadt Weißenstadt: Bergwerk Werra
  21. Wikipedia: Drei Brüder (Schneeberg)
  22. Wikipedia: Höhenweg (Fichtelgebirge)
  23. ich-geh-wandern.de: Höhenweg Fichtelgebirge
  24. Wikipedia: Kösseine
  25. Bayern-Fichtelgebirge.de (Dietmar Herrmann): Die Kösseine
  26. Bayern-Fichtelgebirge.de (Dietmar Herrmann): Der Kösseineturm
  27. Wikipedia: Großer Waldstein
  28. Bayern-Fichtelgebirge.de (Dietmar Herrmann): Der Große Waldstein
  29. Bayern-Fichtelgebirge.de (Dietmar Herrmann): Großer Waldstein: Gipfelrundgang
  30. Wikipedia: Großer Kornberg
  31. ich-geh-wandern.de: Großer Kornberg: Wanderwege
  32. Wikipedia: Epprechtstein
  33. Wikipedia: Platte (Steinwald)
  34. Bayern-Fichtelgebirge.de (Dietmar Herrmann): Der Hohe Steinwald
  35. Wikipedia: Luisenburg-Felsenlabyrinth
  36. Bayern-Fichtelgebirge.de (Dietmar Herrmann): Luisenburg-Felsenlabyrinth
  37. BAYERN.RECHT: Verordnung über das Nationale Naturmonument Luisenburg-Felsenlabyrinth Wunsiedel