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Goldbergwerk in Deutschland besichtigen: Goldkronach und Eisenberg

Weißer Quarz mit feinen Adern und Körnern von Freigold auf nassem Fels im Licht einer Grubenlampe (mit AI erstelltes Bild)AI
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Gold ist in Deutschland selten, und Bergwerke, die es unter Tage gefördert haben, sind noch seltener. Wer ein Goldbergwerk besichtigen möchte, hat im Grunde zwei Ziele: Goldkronach im Fichtelgebirge, wo Gold vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert aus dem Berg geholt wurde, und den Eisenberg bei Korbach in Nordhessen, den sein Trägerverein und showcaves.com als die reichste Goldlagerstätte Deutschlands bezeichnen. Alles andere Gold in Deutschland kam aus Bächen und Flüssen, gewaschen, nicht gegraben.

Die Tabelle zeigt die Besucherbergwerke, in denen Gold nach mindestens zwei unabhängigen Quellen das Hauptprodukt war. Dass sie kurz ist, gehört zur Geschichte.

Goldbergwerke zum Besichtigen in Deutschland
NameOrtBundeslandErz oder Art
Besucherbergwerke GoldkronachGoldkronachBayernGold, Goldkronacher Revier
Besucher-Goldbergwerk EisenbergKorbach-GoldhausenHessenGold (historischer Goldbergbau)

Gold in Deutschland: Berggold, Seifengold und das Gold der Flüsse

Geologen unterscheiden zwei Formen. Berggold steckt noch in dem Gestein, in dem es entstanden ist, meist in Quarzgängen. Seifengold hat die Verwitterung aus dem Gestein gelöst, Wasser hat es verfrachtet, und es sammelt sich in Sand und Kies. Diese Unterscheidung treffen das Bayerische Landesamt für Umwelt und der Band „Gold in Bayern“ der Reihe Geologica Bavarica gleichermaßen. Ein Goldbergwerk baut Berggold ab; wer mit der Pfanne wäscht, sucht Seifengold.

Am Rhein wurde Gold seit der Antike gewaschen. Der Geologe Gustav Albiez schrieb 1957 von über 2000 Jahren Goldwäscherei an den Ufern des Oberrheins, und der Wochenblatt Reporter nennt Kelten und Römer als frühe Goldwäscher. Reich wurde dabei kaum jemand, gewaschen wurde meist nebenher. Mit der Rheinkorrektion nach den Plänen Johann Gottfried Tullas, die den Fluss im 19. Jahrhundert in ein festes Bett zwang, ging das alte Gewerbe zu Ende; in Baden endeten die Ablieferungen von Waschgold an den Staat 1874. Aus Rheingold ließen Landesherren im 18. und 19. Jahrhundert Dukaten prägen.

Ähnlich lief es in Bayern. Das Gold von Isar und Inn stammt nach dem Landesamt für Umwelt aus den Ablagerungen der Molasse, in die es vor rund 20 Millionen Jahren aus den Zentralalpen gelangte. Aus Isar, Inn und Donau wurde früher Gold gewaschen, das an den Staat abgeliefert werden musste; daraus entstanden in kleiner Zahl Flussgolddukaten, heute gesuchte Sammlerstücke. Wo man in Bayern heute selbst waschen kann und was rechtlich gilt, steht auf der Seite Goldwaschen in Bayern.

In Thüringen wurde schon im Mittelalter intensiv nach Gold gesucht. Davon erzählt das Goldmuseum in Theuern bei Schalkau, ein Museum mit Waschrinne und Pochwerksmodell, aber kein Bergwerk. Und im Harz lieferten die Erze des Rammelsbergs bei Goslar neben Silber, Blei, Kupfer und Zink auch Gold, als Begleitmetall, nie als Hauptsache.

Im Fichtelgebirge und im Frankenwald finden sich bis heute Spuren der alten Goldwäscher: Seifenhügel oder Waschhügel, Haufen aus ausgewaschenem Material, etwa an der Pulschnitz bei Münchberg. Viele dieser Hügel sind bei der landwirtschaftlichen Nutzung eingeebnet worden, nur ein Teil ist geschützt. Dazu gehören die Sagen von den „Walen“ oder „Venedigern“, fremden Goldsuchern aus dem Süden, die in Oberfranken und der Oberpfalz erzählt werden. Ob an diesen Sagen mehr ist als die Erinnerung an tatsächliche Prospektoren, lässt sich nicht mehr klären.

Berggold wurde in Nordostbayern außer in Goldkronach unter anderem bei Plösen nahe Münchberg, bei Neualbenreuth und bei Oberviechtach abgebaut.

Goldkronach: das Goldbergwerk in Bayern

Goldkronach im Landkreis Bayreuth ist das Zentrum des historischen Goldbergbaus in Bayern. Nirgends sonst im heutigen Freistaat wurde so viel Berggold unter Tage gewonnen, schreibt das Landesamt für Umwelt, und Wikipedia und Wikivoyage sehen das genauso. Am 29. September 1365 verlieh Burggraf Friedrich V. von Nürnberg dem Ort Stadtrecht und Bergfreiheit. Um 1400 waren am Goldberg der Schmutzlerschacht und der Name-Gottes-Gang bereits in Betrieb.

Das Gold sitzt in Quarzgängen, zusammen mit Arsenkies, Pyrit und Antimonit. Der Antimonit ist kein Nebendetail: Ein 1998 anerkanntes Mineral aus dem Revier trägt nach dem Ortsteil den Namen Brandholzit.

Die bekannteste Episode der Ortsgeschichte ist Alexander von Humboldt. Von 1793 bis 1796 war er als preußischer Bergbeamter im Goldkronacher Revier tätig und ließ 1793 die stillgelegte Fürstenzeche wieder aufnehmen, so Wikipedia und die Stadt Goldkronach. Schon gut hundert Jahre früher, 1695, hatte Markgraf Christian Ernst einen Dukaten aus Goldkronacher Gold prägen lassen. Der staatliche Abbau endete in den 1860er-Jahren, die Angaben schwanken zwischen 1861 und 1865. Ein letzter Anlauf der Fichtelgold AG endete 1925 in Brandholz. Probebohrungen in den 1970er-Jahren führten zu keiner Wiederaufnahme.

Heute zeigt die Stadt zwei Besucherstollen am Goldberg im Ortsteil Brandholz: die Schmutzlerzeche mit rund 35 begehbaren Metern und den Mittleren Name Gottes, im Herbst 1997 eröffnet und auf 105 Metern zugänglich. Ein dritter Stollen bei Beerfleck ist nur nach Vereinbarung zu sehen. Alle Stollen sind nur mit Führung zugänglich und bleiben im Winter zum Schutz der Fledermäuse geschlossen; Treffpunkt ist das Infohaus am Goldberg, wo auch Goldwaschen angeboten wird. Seit 2004 erzählt das Goldbergbaumuseum im ehemaligen Forstamt die Geschichte. Ausführlich beschreibt das die Seite zu den Besucherbergwerken Goldkronach. Im Juni oder Juli trifft sich am Goldberg außerdem die Szene zur Deutschen Goldwaschmeisterschaft.

Wer nur ein Goldbergwerk Deutschlands besuchen kann, fährt am besten nach Goldkronach: zwei Stollen, ein Museum und eine Goldwaschstelle liegen dort dicht beieinander.

Goldkronach liegt wie Fichtelberg im Landkreis Bayreuth. Wer im Fichtelgebirge unterwegs ist, kann das Goldbergwerk mit dem Besucherbergwerk Gleißinger Fels in Fichtelberg verbinden, wo nie Gold, sondern Eisenglimmer abgebaut wurde.

Das Besucher-Goldbergwerk am Eisenberg bei Korbach

Der Eisenberg ist ein 562 Meter hoher, bewaldeter Berg südwestlich von Korbach, am Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges. Nach Angaben des Trägervereins und von showcaves.com begann der Bergbau dort im 11. Jahrhundert, zunächst im Tagebau, und um die Mitte des 13. Jahrhunderts erwähnte Albertus Magnus das Gold aus einem Berg bei „Curbeck“. Das Faltblatt des Vereins datiert die Stelle auf 1254, die Fritzlarer Historikerin Marianne Schrammel auf 1250.

Die Blütezeit lag im 16. Jahrhundert. Wann der Abbau endete, beantworten die Quellen unterschiedlich: Schrammel nennt 1585, showcaves.com 1617, der Verein und Wikipedia den Beginn des Dreißigjährigen Kriegs. Über die Jahrhunderte kamen nach Angaben des Vereins rund 1,2 Tonnen Gold zusammen, showcaves.com spricht von einer bis anderthalb Tonnen. Für ein Goldbergwerk Deutschlands ist das viel. Für die großen Goldreviere der Welt wäre es eine Randnotiz.

Wie viel Gold noch im Berg steckt, ist strittig. Wikipedia nennt rund 10 Tonnen vermutetes Gold, der Verein spricht von über einer Tonne. Einig sind sich beide Quellen darin, dass es sich nicht wirtschaftlich gewinnen lässt, weil es zu fein im Gestein verteilt ist.

Im 20. Jahrhundert kam der Goldrausch zurück. Ab 1917 beziehungsweise 1918 übernahmen die Brüder Rauschenbusch das Grubenfeld und gründeten 1923 die Gewerkschaft Waldecker Eisenberg; wirtschaftlich wurde daraus nichts. In den 1970er-Jahren untersuchte das Hessische Landesamt für Bodenforschung die Lagerstätte gründlich, ebenfalls ohne abbauwürdiges Ergebnis.

2002 gründete sich der Verein Historischer Goldbergbau Eisenberg, und 2003/04 öffnete er das Besucherbergwerk im Unteren Tiefen Tal-Stollen bei Goldhausen. Geführt wird nach Anmeldung, die Termine veröffentlicht der Verein. Um das Bergwerk herum führt die Goldspur Eisenberg, ein Wanderweg mit Stationen zu den Spuren des alten Bergbaus, hinauf bis zum Gipfel mit Burgruine und Aussichtsturm.

Vom Eisenberg stammt auch das Gold der Eder. Verwitterungsschutt trug es in die Bäche und den Fluss, an dessen Ufern über Jahrhunderte Seifengold gewaschen wurde; schon der römische Geschichtsschreiber Tacitus nennt die Eder „Adrana“. Woher das Gold im Berg selbst kommt, erklären Verein und showcaves.com mit der Erdgeschichte. Vor rund 360 Millionen Jahren lagerte sich in einem flachen Meer dunkler Schlamm ab, in dem sich Pyrit bildete und Gold einlagerte. Bei der Auffaltung des Gebirges wurde das Gold von heißen Wässern gelöst und in Klüften und Spalten neu abgesetzt.

Ein Goldbergwerk besichtigen: was man sieht und was nicht

Wer ein Goldbergwerk besichtigen will, sollte keine glitzernden Adern erwarten. Am Eisenberg ist das Gold so fein im Gestein verteilt, dass es mit bloßem Auge meist nicht zu sehen ist; Wikipedia nennt genau das als Grund, warum ein Abbau dort heute nicht wirtschaftlich wäre. Auch in Goldkronach stecken die Goldkörnchen im Erz, nicht als Nuggets an der Wand. Ehrlich gesagt ist der Reiz ein anderer: die engen mittelalterlichen Stollen und die Vorstellung, wie viel Gestein für ein paar Gramm Gold bewegt werden musste.

Sichtbares Gold gibt es eher am Waschtrog. Goldkronach bietet Goldwaschen am Infohaus an, Gruppen melden sich über die Tourist-Information an. Beide Besucherbergwerke sind nur mit Führung zugänglich, Helm und Schutzkleidung werden gestellt. Termine und Preise nennen die Betreiber, Saisonzeiten ebenso.

Weitere Gruben im Umkreis zeigt die Suche nach Besucherbergwerken in der Nähe, die Übersicht aller Besucherbergwerke alle übrigen Gruben. Deutlich länger ist die Liste beim anderen Edelmetall: Die Silberbergwerke in Deutschland reichen vom Erzgebirge bis in den Schwarzwald.

Auf dem Gipfel des Eisenbergs, an der Goldspur, steht die Ruine einer Burg aus dem 13. Jahrhundert. Gebaut wurde sie ungefähr in der Zeit, in der die Goldgräber vom Tagebau unter Tage gingen.

Häufige Fragen

Wo kann man in Deutschland ein Goldbergwerk besichtigen?

Untertägig abgebautes Gold zeigen vor allem zwei Orte: Goldkronach im Fichtelgebirge (Bayern) mit der Schmutzlerzeche und dem Mittleren Name Gottes, und das Besucherbergwerk am Eisenberg in Korbach-Goldhausen (Hessen). Beide sind nur mit Führung zugänglich, Termine nennen die Betreiber.

Gibt es ein Goldbergwerk in Bayern?

Ja, in Goldkronach im Landkreis Bayreuth. Nirgends sonst in Bayern wurde Gold in vergleichbarem Umfang unter Tage abgebaut. Die Stadt bietet zwei Besucherstollen und am Infohaus am Goldberg Goldwaschen an.

Sieht man in einem Goldbergwerk echtes Gold?

Selten. Am Eisenberg ist das Gold sehr fein im Gestein verteilt und mit bloßem Auge meist unsichtbar, in Goldkronach steckt es in Quarzgängen mit Pyrit und Arsenkies. Sichtbare Goldflitter gibt es eher beim Goldwaschen.

Wie viel Gold wurde am Eisenberg bei Korbach gewonnen?

Nach Angaben des Trägervereins rund 1,2 Tonnen über die Jahrhunderte, showcaves.com nennt 1 bis 1,5 Tonnen. Der Abbau dauerte vom Mittelalter bis ins späte 16. oder frühe 17. Jahrhundert.

Kann man in Deutschland Gold aus Flüssen waschen?

Gold gibt es in geringen Mengen etwa in Rhein, Eder, Isar, Inn und Donau. Früher wurde es dort gewaschen und an den Staat abgeliefert. Wer selbst waschen will, nutzt am besten ein organisiertes Angebot wie in Goldkronach oder am Eisenberg und klärt vorher die Rechtslage mit dem Landratsamt.

Quellen

  1. Bayerisches Landesamt für Umwelt: Gold in Bayern
  2. Bayerisches Geologisches Landesamt (Geologica Bavarica 102): Gold in Bayern
  3. Wikipedia: Goldkronach
  4. Stadt Goldkronach: Goldbergbau in Goldkronach
  5. Stadt Goldkronach: Besucherstollen, Goldwaschen
  6. showcaves.com: Besucherbergwerk Mittlerer Name Gottes
  7. showcaves.com: Besucherbergwerk Schmutzlerzeche
  8. showcaves.com: Goldbergbaumuseum Goldkronach
  9. Wikivoyage: Goldkronach
  10. festivalsindeutschland.de: Internationale Deutsche Goldwaschmeisterschaft Goldkronach
  11. CoinsWeekly / Künker: Gold from Goldkronach
  12. Künker Münzauktionen: Bayern, Maximilian III. Joseph, Dukat 1756
  13. Mitteilungen der Österreichischen Mineralogischen Gesellschaft 143: Friedrich, Wildner, Tillmanns: Strukturuntersuchung des neuen Minerals Mg(H2O)6[Sb(OH)6]2 (1998)
  14. Wikipedia: Brandholzit
  15. EGU General Assembly 2021: Antimony mineralization in the Brandholz/Goldkronach district (EGU21-144)
  16. Wikipedia: Eisenberg (Korbach)
  17. showcaves.com: Besucherbergwerk Goldhausen
  18. Historischer Goldbergbau Eisenberg e.V. / Stadt Korbach: Goldbergwerk erleben (Faltblatt)
  19. Fritzlarer Geschichtsverein (Marianne Schrammel 1996): Der Goldbergbau an der Eder
  20. ich-geh-wandern.de: Goldspur Eisenberg (Korbach)
  21. Der Anschnitt 4/1957 (Gustav Albiez): Geschichte des Rheingoldes
  22. Wochenblatt Reporter: Mythos und Realität: Das Gold im Rhein
  23. gold.de: Mythos Rheingold
  24. museum.de: Goldmuseum Theuern
  25. showcaves.com: Deutsches Goldmuseum
  26. Wikipedia: Erzbergwerk Rammelsberg
  27. showcaves.com: Rammelsberg